Monatsarchiv: März 2009

Erster Post aus Oxford…

Liebe Leser,

nach einigen Tagen zum Warmwerden (was im verregneten England schonmal dauern kann) kommt er nun endlich und gerade noch rechtzeitig: Der erste Blogpost aus Oxford.

Nach einem guten Start in London und einer Nacht auf hartem Studentenwohnheim-Boden mit Yogamatte bin ich seit Montag nun in Oxford und besuche hier täglich das Büro von Oxfam GB – dem „Zentrum der Ideen“ vieler Initiativen, die weltweit unter der Flagge von Oxfam so laufen bzw. dem Ursprung dieser internationalen NGO.

Inzwischen konnte ich bereits drei offizielle Interviews für meine Magisterarbeit zum Thema „Soziales im sozialen Web – Einfluss des Social Web auf humanitäre NGOs“ führen – und täglich lerne ich etwa fünf neue kreative „Weltretter“ kennen: Jeder mit anderem biografischem Hintergrund und dennoch alle erstaunlich verbunden miteinander, was ihre Ideale angeht.

Ein bißchen erinnert mich das Feeling hier im Büro an das, was riesige amerikanische Konzerne immer mit Mitarbeiterschulungen künstlich zu erzeugen versuchen: Das Gefühl, dass wir alle irgendwie eine „große Familie“ sind. Klingt zwar selten schmalzig und dennoch: Der Umgang miteinander ist hier tatsächlich so. Und so bin ich auch nicht rein zufällig in einem kleinen Häuschen untergekommen, das neben mir noch drei andere Oxfam-Mitarbeiter beherbergt: Ben, Paul und Frieda. Einer arbeitet im Human Resources Department, der andere pflegt den Oxfam Online-Shop (bei dem es übrigens echt nette Shirts gibt 🙂 und Frieda arbeitet gleich neben mir in der Campaigning-Abteilung.

Alles in allem also alles sehr spannende Tage für mich als Herzblut-Aktivisten. Auch das offen und geräumig gestaltete Büro (in dem selbst die Chefin des Ganzen kein eigenes, abgegrenztes Büro hat!) trägt seinen Teil zum Team-Building bei. Die Ideen fliegen durch den Raum und wer sagt es denn: Ich konnte sogar zwei der Kollegen aus Sierra Leone hier wiedertreffen: Daudi (Public Health Engineer) und Bob, den Systemanalysten, der in Freetown letztes Jahr noch unsere Computer- und IT-Struktur überprüft hatte. Gemeinsam haben wir jetzt dem vierten im Bunde, Glenn, eine Nachricht auf Facebook hinterlassen, denn Glenn befindet sich inzwischen in Chad und koordiniert dort die Installation von Brunnen und anderen Sanitär/Wasser-Anlagen.

Die Welt ist tatsächlich ein Dorf. Und mit solchen Kollegen und Projekten, wie sie hier tagtäglich angeschoben werden, gefällt mir das Leben in diesem Dorf auch ganz gut.

Uwe hat übrigens neue Freunde gefunden, die derzeit auch für ihn da sind, während ich hier in England bin: Katharina und Bärbel haben ihn bereits besucht und mit ihm gesprochen. Florian trifft sich ebenfalls morgen mit ihm. Und über Katharina kann ich Uwe auch Nachrichten senden, die sie ihm ausdruckt und mitbringt.

Morgen geht es dann erstmal wieder nach London, wo ich am Samstag Björn und Uli von „Deine Stimme gegen Armut“ treffe und mit ihnen und alten UN-Praktikanten-Bekannten gemeinsam beim „Put People First“ Marsch demonstriere. Ich halte Euch auf dem Laufenden…. und freue mich wie immer über Eure Nachrichten und Unterstützung!

Herzlich

Euer Ole @ SocialBlogger

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Uwe in seinem Element: Kochen mit Flo

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Liebe Leser, da ich noch sehr viel für meine Reise nach Oxford und London vorbereiten muss (werde dort vom G20-Gipfel bloggen, mehr später), nur ganz kurz: Gestern haben Uwe, Florian und ich einen netten Koch-Abend bei mir verbracht. Uwe hat zum ersten Mal seit 5 Jahren wieder richtig gekocht – und Florian und ich staunten nicht schlecht, wie er durch die Küche wirbelte. Das Ergebnis: Lecker Bratwurst, Kartoffelbrei, Erbsen, Mais und Mörchen – und ein bissel Spezi dazu 🙂

Danach: Satte Bäuche und gute Gespräche unter sechs Augen. Uwe musste leider noch am selben Abend recht früh aufbrechen, um sich im Krankenhaus neu einstellen zu lassen. Wenn alles gut geht, bekommt er bald ein neues Medikament – ich hoffe sehr, dass es gut läuft und dieses ihm besser hilft. Immerhin hat Uwe dann bei der Gelegenheit gleich ein paar der vielen Kleiderspenden getragen – danke in diesem Fall an Daniel für den schönen Pullover von Uwe. Er hat sich auch sehr über das kleine Büchlein „Den Anfang wagen“ gefreut…

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Kurz vor Aufbruch brach dann bei Uwe auch sein abendlicher „schwarzer“ Humor wieder durch. „Tja“, so Uwe, „jetzt hab ich Euch hier bekocht und rechtzeitig zum Abwaschen hau ich ab.“ 🙂 Es gibt übrigens gute Nachrichten. Aber dieses Mal Nachrichten von solch einer Größenordnung, dass Uwe diese erst verkünden möchte, wenn sie ganz sicher feststehen. Nur so viel: Genaueres kann ich euch nächste Woche Samstag sagen… verdrahtet bin ich ja zum Glück auch in UK 🙂

Vielen Dank für Euren Support – im Namen von Uwe, Flo und Ole @ SocialBlogger Neben Spenden könnt Ihr auf www.aktion-uwe.de übrigens auch eine eigene Aktion für Uwe starten – oder z.B. anlässlich Eures Geburtstages, einer Wette oder eines Marathons für seine Aktion sammeln. Was Ihr tut, ist Eurer Kreativität überlassen.

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re:publica Karte – wer denn nun?

Liebe Leser,

nun habe ich bereits am 21.01.2009 dazu aufgerufen, sich im Gegenzug für ein re:publica Ticket im Wert von 60 Euro Gedanken zu machen, wie man den Bereich des „Social Commerce“ auch wirklich „sozial“ einsetzen könnte.
Versprochen habe ich, daraufhin den besten Beitrag auszuwählen und mein re:publica Ticket demjenigen zuzusenden, der mich am ehesten überzeugt hat.

Dieses Verrprechen sollte ich nun endlich einlösen. Ich bitte, die lange Wartezeit zu entschuldigen – wie Ihr alle mitbekommen habt, hat mich Uwe ganz schön auf Trab gehalten 🙂

Also…the ticket gooooooes tooooooo…… Stefan Martens für den folgenden Beitrag:
http://www.smartens.eu/blog/2009/02/01/umweltfreundliche-widgets-fur-online-shops/

Warum? Nun, die Entscheidung war wirklich schwer, denn auch better-and-green fand ich wirklich sehr gut. Meine Entscheidung fällt deshalb zu Gunsten von Stefan aus, da er sich meines Erachtens die meiste Mühe gemacht hat, in eigenen Worten und explizit für dieses Gewinnspiel ein Konzept zur Anwendung von sozial relevanten Widgets zu formulieren. Diese Arbeitszeit und das dabei heraus gekommene Ergebnis verdienen meinen Respekt. Und damit auch das re:publica Ticket.

Glückwunsch, lieber Stefan. Ticket geht dir per eMail zu!

Hier nochmal der Aufruf, sowie die gesammelten Beiträge in der Kommentar-Leiste darunter:

Gewinnspiel zur re:publica 2009: Social Commerce & soziale Verantwortung

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Interview zu Uwe im Radio: NDR2!

Liebe Unterstützer,

nach einem langen, aufregenden und bewegenden Tag nur so viel: Heute gab es ein Interview über Uwe’s Aktion im NDR-Radio „NDR2“ zu hören – und einen Anruf von der Saga (der Wohnungsbaugesellschaft) zu bestaunen – wohlgemerkt ein sehr freundlicher Anruf… mehr dazu morgen, denn jetzt ist ausnahmsweise mal eines dran: Schlaf! 🙂

Hier nur schnell das Interview vom NDR als MP3: Aktion Uwe auf NDR2

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Uwe im Hamburger Abendblatt – spontane Hilfe von Esther

Liebe Leser,

da ich derzeit bei meinem Nebenjob weile und leider nur wenige Minuten für meinen „privaten“ Blog nutzen kann, möchte ich hier nur kurz auf den heutigen Artikel im Hamburger Abendblatt hinweisen.

Spannend ist, dass sich heute morgen gleich die SAGA/GWG (Wohnungsbaugesellschaft in Hamburg) gemeldet hat, da diese namentlich im Artikel erwähnt wurden mit der Aussage, dass es drei Monate für Uwe dauern könnte bis er auch tatsächlich eine Sozialwohnung zugeteilt bekommt. Nun geht es offenbar doch etwas schneller, was ich sehr begrüße. Ich bin gespannt, wie schnell wirklich eine Bleibe frei wird und dankbar für jegliche Kooperation.

Zu Denken gibt mir dies nur, da man als Obdachloser in der Regel keinen Artikel im Abendblatt als „Druckmittel“ hinter sich weiß – und dann eben im Regelfall alleine dasteht. Genau diesen Zustand müssen wir alle mittelfristig ändern – wie: Das stelle ich hier gerne zur Diskussion, denn ein Patentrezept habe ich leider nicht, auch, wenn das vielleicht so anklingt im Artikel. Das Internet kann zwar helfen, der Wille, die Entscheidung und die eigentliche Tat aber muss immer noch von uns Menschen kommen..

..und wie das geht, hat mir am Wochenende Esther gezeigt. Esther ist eigentlich Flötistin und angehende Profi-Musikerin aus Berlin, arbeitet aber nach einem Auslandsaufenthalt in Israel gerade bei der Internorga Messe in Hamburg, um die lange Reise „nachschüssig“ zu finanzieren (wer von uns kennt das nicht 🙂

Trotzdem fand Esther die Zeit, mir auf den Artikel in der Hinz und Kunzt hin eine lange eMail zu schreiben, in der sie vorschlug, sämtliches Essen, das am Ende eines jeden Tages an ihrem Stand (die Internorga ist eine Gastro-Messe) übrig bleibt, zu spenden.

Die Köche hatten auch gleich ein Auge darauf, dass nur gutes Essen (hygienisch verpackt) gespendet wurde – und so haben Esther und ich uns gestern abend getroffen und mit einer riesen Plastikkiste (netterweise von „Dat Backhus“ auf dem Weg zur Messe ausgeliehen) sehr viele Leckereien beim Pik Ass (Uwes derzeitige Unterkunft) vorbei gebracht.

Aber auch schon einen Tag vorher hatte sich Esther ohne jegliches Zutun durch meine Person auf den Weg zur Bahnhofsmission gemacht..und dort direkt positive Rückmeldung der Anwesenden vor Ort geerntet. Ich kann nur sagen: Danke, Esther. Es tut einfach gut, zu merken, dass Uwe und ich in dieser Sache nicht alleine sind und ganz viele Menschen da draußen sich Gedanken machen, was sie tun können, um dieses dann schlussendlich auch umzusetzen.

Aktion Uwe ab sofort auf Helpedia –
bitte spendet über dieses Tool! Danke!

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So viel für den Moment…danke an alle, die mir so liebe Nachrichten auf den Abendblatt-Artikel hin geschrieben haben!

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Coal for Obama – Kohle für Ole

Und hier ist es: Das Video des gestrigen Versuchs, einen Flashmob in Hamburg zu starten. Was daraus wurde? Ein Flash ohne Mob. Aber immerhin: Die Kohle kam von Ole  zu Ole (von Beust). Mehr Infos zur Aktion selbst findet Ihr bei www.coalforobama.org

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Zeit für Rebellen oder: Mein Flash ohne Mob?!

Wir alle sind gefordert. Jeder einzelne von uns. Du, ja, genau DU, lieber Leser.
Nicht ach, sondern „Mach“ – so war neulich eine der neuen Werbe-Postkarten des Weltretter-Portals utopia betitelt… auf Recycling-Papier, versteht sich.

Gestern abend dann: Endlich mal gemütliche Pause vom „Weltretten“ und Social-GeBlogge aller Orten: Einladung zu niveauvoller Unterhaltung, angereichert durch abstruse und verbal geäußerte Gedankenspiralen mit gesellschaftskritischem Anspruch, der sich jedoch erst nach Abdrücken des Zwerchfell-Zolls bemerkbar macht, um dann einen bitter-süßen Nachgeschmack zu hinterlassen. Der Künstler: Olaf Schubert aus Dresden, der sich selbst als Betroffenheitslyriker bezeichnet.

Also: Letztlich doch keine Pause. Nein, eher humoristisch angereicherte Weiterbildung in der Frage: Wie vermittle ich anspruchsvolle, philosophisch geerdete Fragestellungen in derart urkomsichen Textfraktalen, dass selbst der letzte Bildzeitungsleser sich vor Lachen krümmend vor meiner Sozialintelligenz verbeugen muss? Olaf ist das zweifelsfrei gelungen.

Und: Im Nachgang beim Einhamstern seiner Unterschrift auf dem frisch erworbenen Tonträger konnte ich ihm zumindest vorerst die Bereitschaft entlocken, auch jenseits seiner Booking Agentur den Weltretter zu machen. Einladung zum Hamburger Socialcamp folgt also umgehend – wer weiß, was daraus wird. Sein Lied „Rebellen“ jedenfalls könnte kaum besser passen zu der sich derzeit auftuenden Online-Zivilgesellschaft :o)

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Kurzum: Olaf trägt seinen Teil bei. Auf seine Weise. Und das fordert auch Ban Ki-moon in einer seiner letzten Presseerkärungen als Sprachrohr der Vereinten Nationen: Obwohl es hier um eine große internationale Organisation mit entsprechend hierarchisch-unbeweglichem Bodensatz geht, hat Ban schon lange verstanden, dass wir echte Änderung nur mit unserem eigenen unbedingten Handlungswillen angereichert erreichen können – heute sprang es mich dann auf dem UN Twitter-Kanal an: Only with all of our efforts together, we can ever achieve goals of peace and prosperity, says Ban Ki-moon: http://tiny.cc/individualaction

Ich gebe zu, es tut gut, das von Ban zu hören. Als ich ihn Ende 2007 in der Generalversammlung der UN treffen durfte, hat er jedem der Praktikanten und helfenden Hände der Generaldebatte (2 Wochen im September / Oktober jeden Jahres) per Handshake einzeln gedankt – und damit ausgedrückt, dass er zu dieser Aussage steht. Mich freut, dass sich an seiner Einstellung diesbezüglich offenbar nichts geändert hat.

Besonders passend dazu heute ein Link-Tipp von Sandra, die bei armedangels nachhaltige Shirts vertreibt und auch sonst zu den modernen Machern der Szene gehört: http://gen-we.org – es geht um die „Generation Uns“…und das dazu passende Video beginnt mit: I am one…

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Bei der heute anstehenden Kohleenergie-Protest-Aktion „Coal for Obama“ jedoch musste ich dann leider wieder an Olaf Schubert denken, als er gestern abend von „Protest-Protesen“ sprach…. nach viel Wirbel in den letzten Wochen war ich letztlich in Hamburg der einzige „Aktivist“, der sich heute auf die Socken gemacht hat… nun gut, ich kann es keinem verübeln. Das Wetter war schön, der Freitag abend vermutlich lang und durchzecht…. aber hey: Wieso die Grillsaison dann nicht mit geschickt medial inszenierter Grillkohle beginnen? Nächstes Mal vielleicht?

Meine Ergebnisse meines „Flashes ohne Mob“ jedenfalls findet Ihr hier in Kürze…wenn ich Zeit zum Schneiden des Video-Materials gefunden habe. Nur so viel vorab: Ole von Beust hat jetzt drei Kilo Grillkohle in seinem Rathaus stehen – eine Aktion, ein kleiner Tropfen auf den heißen Kohleofen. Aber ein Anfang.

Es ist fünf vor zwölf, liebe Leute, nicht nur hier, nicht nur in Bezug auf unsere Energieversorgung… so, jetzt aber heim. Genug erhobener Zeigefinger für die Minute…:-)

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