Hürdenlauf bergauf?

Wenn ich auch in den vergangenen Wochen kaum bzw. nur andernorts gebloggt haben mag, so ist deshalb nicht etwa weniger passiert. Im Gegenteil.

Vielleicht fange ich bei der letzten und wohl schlechtesten Nachricht an: Uwe sitzt seit Samstag mittag in Hamburg im Gefängnis. Zu lange hat er eine alte Geldstrafte vor sich hergeschoben, die ihn noch aus den Jahren seiner Drogenzeit ereilt hat. Zunächst hatte Uwe die Gelegenheit zur Ratenzahlung, dann zum Abarbeiten von Arbeitsstunden – beides wollte oder konnte er nicht wahrnehmen. Beide Male versäumte er trotz mehrmaligen Erinnerns die wesentlichen Termine.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Uwe das nicht absichtlich gemacht hat, ich gehe gar davon aus. Ich unterstelle ihm einfach einmal, dass er die Tatsache erfolgreich verdrängt hat, dass er jetzt, gerade jetzt, da er sich auf dem Weg nach „oben“ befindet, eine alte Strafe abarbeiten oder abzahlen muss, die noch aus seinem „alten“ Leben stammt. Er hat mit mir regelmäßig darüber gesprochen und sich durchaus damit konfrontiert -und dennoch reichte am Ende die Kraft nicht, sich dieser Herausforderung zu stellen. Ich kann und will nicht weiter spekulieren, woran das gelegen haben mag. Ob Uwe einfach zu viel um die Ohren hatte, wie er selbst sagt…. erst der Einzug in die Wohnung, dann die Reise nach Berlin zum Panter-Preis… dann mein Wegzug nach Berlin und die vielen Reisen, der vergleichsweise geringe Kontakt. Ich weiß es nicht. Und es hilft auch alles nichts mehr…

Gerade auch deshalb fällt es mir schwer, hier darüber zu schreiben. Gerade auch wegen der vielen unsicheren Variablen habe ich mich bislang über diese uns bevorstehende Hürde und diesen massiven Rückschlag ausgeschwiegen bzw. nicht gebloggt. Ich wollte erstmal aus der Distanz beobachten, was passiert.. in der Hoffnung, dass es besser wird, dass sich alles doch wieder einrenkt, dass es klappen muss.

Seit jedenfalls der Bescheid an Uwe rausgegangen ist, er möge sich nunmehr seiner Haftstrafe stellen, wenn er nicht die Geldstrafe berappen kann, haben wir gemeinsam täglich beim entsprechenden Rechtspfleger angerufen – doch: Fehlanzeige. Es nahm einfach keiner ab. Ein einziges Mal erreichten wir den Herren, der dann sagte „Ich muss in einer Minute ins Meeting, rufen Sie morgen nochmal an“. Mir ist klar, dass es für eine Straftat die gerechte Strafe geben muss, auch für Uwe. Und dennoch verblieb in mir die letzten Wochen ein Funken Hoffnung, dass es sich irgendwie umgehen ließe, dass Uwe doch noch Sozialstunden nutzen könnte, um einerseits die Gewöhnung an das Arbeiten zu beginnen und andererseits nicht hinter Gittern Gefahr zu laufen, seine Wohnung und sein gerade erst neu begonnenen Lebensalltag zu verlieren.

Dass dieses Problem nicht nur Uwe betrifft, sondern auch viele andere – und es einen massiven Beitrag zum Teufelskreis der Obdachlosigkeit und Abhängigkeit leistet, was Uwe gerade passiert, könnt Ihr hier nachvollziehen, beim Blog „Mitten am Rand“ der Caritas.

Kurzum: Ich bin im Gespräch mit den Behörden, allen relevanten Ansprechpartnern… und natürlich den engen Freunden und Unterstützern, die Uwe die letzten Wochen und Monate aktiv begleitet haben. Und ich bin ratlos. Rastlos und eingermaßen verzweifelt. Ich kann Stand heute weder sagen, ob Uwe die Wohnung behalten kann, noch kann ich ihn ernsthaft „freikaufen“, denn Uwe hat selbst einen wesentlichen Anteil daran getragen, dass es so weit gekommen ist und die gespendeten Gelder sind – darin stimmt Ihr vermutlich überein – für das Projekt Nachtcafé gespendet worden, nicht für das Begleichen einer alten Straftat.

Am Samstag habe ich Uwe zu besuchen versucht. In Hamburg, in U-Haft. Am Telefon noch hieß es, ich könne vorbei kommen. Vor Ort dann wurde mir der Einlass verwehrt, mit fadenscheinigen Begründungen. Heute dann ein Anruf: Unser Optionsraum zieht sich zu. Ich kann Uwe nur entweder freikaufen, früher „auslösen“ oder aber einfach sitzen lassen. Anrufen kann ich ihn nicht. Wegen der Wohnung bekomme ich noch Auskunft…hoffentlich bald.

Die Sendung „Menschen und Schlagzeilen“ im NDR wird derweil nicht ausgestrahlt. Zu krass die Nachricht von Uwe’s Inhaftierung, vermutlich passt Uwe’s Leben nun nicht mehr als „Mutmacher der Woche“.

Gleichzeitig jedoch habe ich heute zwei Mutmacher erhalten, zwei Anrufe aus Hamburg: Einen von einem Verein, der seine Hilfe beim Nachtcafé als Träger, sowie Uwe ggf. einen Job anbietet – und einen von der Körberstiftung, die das Update rund um Uwe verständnisvoll aufnahmen. Das ist in diesen Zeiten wichtigste moralische Unterstützung. Ganz wichtig dabei weiterhin: Katharina und Florian aus Hamburg, die an meiner und Uwe’s Seite geblieben sind.

Nun mag das oben vermeldete alles nicht nach tollen Nachrichten klingen. Es bleibt ein Hürdenlauf und die Höhe eben dieser mag schwanken. Und dennoch bleibt es ein Hürdenlauf bergauf. Einer, der anzutreten sich lohnt. Uwe abzuschreiben, weil ihn seine uns bekannte Vergangenheit einholt, kommt für mich jedenfalls nicht in Frage. Einzig auf Eure Unterstützung hoffe ich nun, da ich versuche, dem Gebot des authentischen und transparenten Bloggens treu zu bleiben und nichts zu beschönigen.

Euer Ole…@SocialBlogger.de

15 Kommentare

Eingeordnet unter Aktion Uwe, Obdachlosigkeit

15 Antworten zu “Hürdenlauf bergauf?

  1. Lass dich von der NDR Sache nicht runterziehen, so ist das in den Medien, heute rufen sie „Heissa!“ morgen dann „Kreuzigt ihn!“. Sie sind immer nur ein Spiegel der Gesellschaft, ein Schritt später als die tatsächliche Entwicklung. Wichtig ist, wo Uwe steht, woher er seine Kraft nimmt die nächsten Schritte zu gehen. Dann geht es auch weiter, wenn auch nicht immer geradlinig. Hat ja keiner gesagt, es wäre einfach.😉

  2. Ich

    wäre jetzt so konsequent und würde ihn da jetzt auch „rauskaufen“. Sonst könnten deine ganzen Bemühungen sinnlos gewesen sein, wenn er sonst seine Wohnung verliert, etc.
    Sieh es als Fehler von ihm UND von dir an. Er hat sein Leben komplett verändert, und hätte in diesem Prozess eventuell mehr professionelle Beratung benötigt um eben auch mit solchen Altlasten richtig umgehen zu können. Fehler passier, kein Problem, aber man sollte die richtige Antwort darauf haben.

  3. Lieber „Ich“,
    ich gebe dir grundsätzlich recht. Ich habe mir heute auch nochmal einige Gedanken gemacht und jede Menge Rat eingeholt. Die Situation ist schlichtweg neu für mich – wie ja auch nachvollziehbar ist. Die ganze gemeinsame Zeit mit Uwe hat sich sehr schnell und dynamisch entwickelt – und von Anfang an war und musste klar sein, dass es auch zu Situationen kommen würde (eigentlich die ganze Zeit über), die ich nicht vorhersehen und auch nicht einschätzen kann. Eines muss ich dazu sagen: Ich war zwar viel unterwegs, aber ich habe die Dinge durchaus mitbekommen. Nicht immer habe ich hier alles sofort gebloggt – und das oft auch auf Uwe’s konkrete Bitte hin, nicht alles öffentlich, sondern auch erstmal mit ihm auszumachen.
    Nun, wie dem auch sei: Die Nähe der „Betreuung“ hat ganz offenbar nicht gereicht. Ich mache mir insofern keinen Vorwurf, als dass ich durchaus denke, dass ich auch Grenzen ziehen darf und muss, um mein eigenes Leben auch noch zu leben. Darauf hat mich Uwe übrigens immer wieder auch selbst erinnert…
    Es ist und bleibt eine schwierige Balance, Uwe einerseits helfen und unterstützen zu wollen und ihn andererseits nicht komplett zu „bemuttern“ bzw. alles abzunehmen, denn das wäre auch keine gute Hilfe. Dass Uwe während dieser Zeit jedenfalls noch mehr oder überhaupt professionelle Unterstützung (und nicht nur meine) gebraucht hätte, ist auf jeden Fall richtig. Nur kann ich nicht für alles sorgen, was Uwe potentiell braucht, sondern nur so viel schaffen, wie meine Zeit und Kraft hergibt. Und das versuche ich, auch, wenn nicht alles davon klappt.
    Nun, lange Rede, kurzes Resumé: Ich werde Uwe nun am Sonntag – auch nach bzw. durch Eure Rückmeldungen – „auslösen“ – zunächst von privatem Geld (ggf. möchte ja jemand bewusst dafür spenden).
    Ich habe vorhin mit ihm kurz telefonieren dürfen (das Gespräch wurde aufgezeichnet, aber die Beamten waren sehr freundlich) und konnte ein paar Fragen klären. Ich weiß nicht – und kann nicht wissen – wie es konkret weitergeht, soweit, so ehrlich. Deshalb bin ich für Eure Rückmeldungen dankbar und aufgeschlossen. Zunächst werde ich Uwe am Sonntag direkt danach treffen und weitere Schritte besprechen.
    Weiterhin habe ich neben Eurem Feedback auch mit dem Sozialarbeiter von Hinz und Kunzt telefoniert und mir einen fachlichen Rat eingeholt. Daraus hat sich nun dieser Entschluss ergeben, Uwe zwar diese eine Woche zum Nachdenken zu geben, ihn aber nicht für 80 Tage allein zu lassen, zumal ich im Dezember fast den ganzen Monat im Ausland bin und ich Uwe ein Weihnachten hinter Gittern ersparen möchte.
    Ich bin sicher, es wird auch auf diese Entscheidung Kritik hageln, aber damit muss ich so oder so wohl leben. Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden und hoffe auf konstruktives Feedback.

    @Dieter: Nach deiner Meinung brauch ich ja wohl nicht mehr zu fragen – …

    Ole

  4. Ole, ich finde Deinen Mut und Deine Fähigkeit mit dieser Kritik umzugehen und transparent zu machen wahnsinnig beeindruckend. Auch zu wissen und mehrmals zu forcieren, dass du auch noch ein eigenes Leben führen musst ist richtig.

    Ich verfolge Uwes Weg von Anfang an und habe mich wirklich über die Wohnung von Uwe gefreut, fande deine Schilderungenen gegenüber pompösen Preisverleihungen – aus Uwes sicht – unheimlich gut und nachvollziehbar…

    Viele Sachen geben eben so einen „aha“ Effekt. Auch die Schilderung über Abwärtsspiralte und Altlasten…

    Was ich eigentlich sagen wollte:

    Die Woche sich Zeit zu nehmen finde ich gut, wohin Du dann tendierst hast Du ja schon angedeutet – ich finde das dann – vielleicht wegen dem Zeitparamteter – sehr Richtig.

    Bitte weitermachen!

  5. Ich

    Lieber Ole,

    auch auf die Gefahr hin, dass ich genau die Argumente bringe die du eigentlich nicht hören willst, versuche ich es trotzdem kurz.

    Eventuell wäre es nötig Uwe ein Stück weit mehr „an die Hand zu nehmen“. Du hast versucht durch relativ weitreichende Hilfestellung unter anderem auch seine Selbstständigkeit zu fördern.
    Die Frage ist nun ob aufgrund der aktuellen Ereignisse dieser Versuch fehlgeschlagen ist oder ob es lediglich ein Rückschritt innerhalb einer Aufwärtsbewegung war.

    Beides ist möglich. Dennoch scheint es ja so zu sein, dass Uwe noch massive Probleme hat sich in einem „normalen“ Leben zurechtzufinden (Terminversäumungen, nach Hinten schieben von sehr wichtigen Dingen). Ich denke hier hast du derzeit den wichtigsten Ansatzpunkt, wenn du dieses Projekt [besser: Uwe) weiterhin mit vollem Einsatz betreuen möchtest.

    P.S.: Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich sehe deinen enormen Einsatz für die Sache und werfe dir auch nicht mangelnde Sorgfalt vor. Ich möchte nur unterstreichen, dass du m.M. durch diese Sache in Uwe eventuell ein wenig utopische (dennoch nicht unereichbare) Hoffnungen geweckt hast, du deren Erfüllung eine riesige Hilfestellung nötig ist. Kommt diese Hilfestellung nicht in notwendigem Umfang könnte Uwe am Ende sehr enttäuscht sein, und wieder in alte Gewohnheiten zurückverfallen. Und das will denke ich keiner hier, noch nichteinmal Dieter.

    Du bist also demnach jetzt an einem kritischen und sehr wichtigen Punkt angelangt. Bis dato hatte alles gut geklappt, aber nur wenn diese Hürde (nicht nur das „Freikaufen“, sondern auch der Schritt in ein geregeltes Leben mit allen dazugehörigen Rechten und Pflichten) genommen werden kann, dann war es auch eine positive Entwicklung.

  6. Hallo Ole!

    Warum Kritik? Uwe hat eine Vergangenheit, die in diesem Projekt mit einfließt. Die Vergangenheit fließt in das Wohnungsprojekt, in das Nachtcafeprojekt und natürlich auch die „Resozialisierung in die Gesellschaft“ mit ein.

    Daher finde ich es persönlich nicht unangemessen, wenn das gespendete Geld für die vorzeitige Entlassung verwendet wird. Denn wie oben beschrieben: Das ist auch ein Teil (Altlasten) in diesem Projekt. Ohne dies, wären sonst alle Bemühungen eventuell umsonst gewesen.

    Generell würde ich aber versuchen, mit Uwe eine Lösung zu finden. 50% aus Spenden, 50% muss er irgendwie abarbeiten bzw. ableisten (evtl. Sozialdienst, etc.).

    Du brauchst dir am wenigsten Vorwürfe mache, da du viel geleistet hast und ohne dich, er soweit gar nicht wäre.

    Kopf hoch und lieben Gruß nach Berlin

    Marcel

  7. Lieber Pascal, lieber „Ich“ und lieber Marcel,

    vielen Dank für Eure umfassenden und einfühlsamen Rückmeldungen. Ich denke, Ihr fasst das alle ganz gut zusammen. Mir jedenfalls hilft es sehr, dass Ihr Euch auch Eure Gedanken macht und mich diese wissen lasst. Es ist in jedem Fall wohl alles von mehreren Seiten aus betrachtbar und es gibt kein Patentrezept. In jedem Fall aber kann man und vor allem Uwe und ich eine Menge aus dieser Situation lernen.
    @Ich: Ich fasse das nicht als Punkte auf, die ich nicht hören möchte. Im Gegenteil: Ich gebe dir recht. Manche der Hoffnungen waren vielleicht auch etwas „utopisch“ bzw. an manchen Stellen hätte Uwe für diesen Weg einfach noch mehr Unterstützung gebraucht.
    @Pascal: Danke für deine Rückmeldung. Inmitten dieses Prozesses auch so etwas zu hören, gerade auch von jemandem, der den Prozess schon länger verfolgt, tut gut!
    @Marcel: Danke, dass du die ganze Zeit dran bleibst! Ich hoffe, es geht dir gut und gut voran!
    Ich nehme die Anregung gerne auf.

    Ich werde jetzt Uwe Sonntag erstmal auslösen, erstmal von eigenem Geld. Dann werde ich mit Katharina, Florian (die beiden Mitstreiter in Hamburg, die Uwe am besten kennen) und Uwe beraten! Und dann ggf. hier zur Wahl stellen, welcher Anteil der Spendengelder nun verwendet werden kann für Uwe’s Altlasten, die eben durchaus dazu gehören.
    Gleichzeitig aber muss ich Uwe um mehr Transparenz bitten (damit solche Dinge nicht einfach überraschend auftauchen) & mir Gedanken machen, wie er künftig noch „professioneller“ und regelmäßiger unterstützt und begleitet werden kann. Katharina und Florian haben sich auch schon viele Gedanken gemacht und ich bin zuversichtlich, dass wir den Weg weiter gemeinsam gehen können…

    Ich danke Euch allen für Euer Feedback, sogar Dieter, der mich immer wieder daran erinnert, warum das hier wichtig ist🙂 Ihr seid es, die Uwe und mich hier am Laufen halten…
    Danke!
    Ole

  8. Ulli

    Hi Ole
    ich möchte auch gern etwas zu dem Verlauf schreiben. Uwe wird dir sicherlich dankbar sein, das du ihn auslöst und ich finde auch, du solltest die Summe ruhig vom Spendengeld nehmen. Das allein wäre doch auch schon eine Art Strafe für Uwe, denn um so länger dauert es dann, das er seinen Traum vom Nachtcafe verwirklichen kann. Ich möchte dir nur nochmal ausdrücklich raten-such dir professionelle Unterstützung. Kann dir z. B. Kodrobs empfehlen. Das sind Drogenberatungsstellen mit denen ich damals recht gute Erfahrungen gemacht habe. Die können dir auch Anlaufstellen sagen, wo Uwe sich tagsüber aufhalten kann und beschäftigt wird und mit Leuten reden kann, die ihm zuhören. Sowas gibt es auch extra für Substituierte. Denn wenn Uwe so weiter macht wie vor dem Gefängnis, d. h. täglich betteln geht und somit praktisch sein altes Leben fortsetzt, kann er ja gar nicht auf andere Gedanken kommen und eine andere Richtung einschlagen. Er muß raus aus seinem Trott.
    Ich würde dir auch empfehlen, wenn es noch nicht geschehen ist, das du mit Uwes Arzt sprichst. Uwe könnte ihn von der Schweigepflicht entbinden, damit du auch mal erfährst, wie es überhaupt mit Uwes Beikonsum aussieht. Das wäre doch für dich unheimlich wichtig zu wissen, ob Uwe in der Beziehung die Wahrheit sagt. Denn nach eigener Aussage ist Uwe mindestens 2 mal die Woche am DrobInn am Hauptbahnhof. Da trifft er sicher Leute von früher und die können grausam sein! Und da ist Uwe sicher noch nicht so stark wie er mir erzählt. Das glaube ich einfach nicht. Er sollte in die Gegend nie alleine gehen.
    Ich weiß, ich bringe ständig das Thema Drogen wieder zur Sprache aber ich finde, das ist das erste was geklärt werden muß, damit man mit anderen Sachen weiter machen kann. Damit man ein bißchen weiß, was wirklich in Uwes Kopf vor sich geht und was für ihn wirklich wichtig ist.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und bestell Uwe einen lieben Gruß von mir.
    Liebe Grüße Ulli

  9. anonym

    Im eigenen interesse rate ich euch dringend ab, uwe mit spendengeldern „auszulösen“, auch wenn das noch so verlockend ist.
    Die spenden wurden mit zweckbindung geleistet. Da teilweise anonym, kann gar nicht von allen spendern ein einverständnis zu einer anderen nutzung eingeholt werden.
    Eine zweckwidrige Nutzung ist eine strafbare Untreue. http://dejure.org/gesetze/StGB/266.html
    Das solltet ihr euch nicht antun, denn bei dieser öffentlichkeitswirksamen aktion erstattet dann irgendjemand eine strafanzeige gegen den initiator des projekts, und das will sicher niemand.
    So hart es klingt: An dieser situation ist uwe selbst schuld.

  10. @anonym: wie Du es richtg erwähnst, ist rechtlich überhaupt nicht möglich die Spendengelder Zweck zu entfremden!

  11. Liebe Ulli,
    vielen Dank für deine Hinweise, die ich sehr schätze. Uwe ist jetzt auf freiem Fuß – Katharina und ich haben ihn gestern ausgelöst und ein sehr intensives Gespräch mit ihm geführt. Zunächst etwa zwei Stunden unmittelbar im Anschluss, dann noch einmal etwa zwei Stunden am Abend, nachdem Uwe sich im Park die Beine vertreten und seinen „Bewegungsdrang“ ausgeglichen hat, wie er selbst gesagt hat… Es war gut, ihn zu sehen und er wirkte gefasst, aber auch nachdenklich. Ulli, du hast recht mit all dem, was du da schreibst und ohne professionelle Hilfe werde ich in dieser Thematik auf Dauer auch nicht weit kommen (was das Drogenthema angeht). Der Kontakt zu seiner Ärztin ist in jedem Fall etwas, was ich jetzt wohl oder übel einfordern muss, um wirklich Gewissheit und Überblick zu haben. Uwe sieht das inzwischen wohl auch so und versteht es nicht als überflüssigen Kontrollzwang meinerseits, sondern als Chance.
    Heute geht es in kleinen, aber ernsthaften Schritten weiter: Wir werden gemeinsam zum Amt gehen, gemeinsam kontrollieren, wie es mit der Wohnung nach der einen Woche Haft weitergeht etc… – ich halte Euch hier auf dem Laufenden.

    @Jochen und @anonym: Selbstverständlich verwende ich nicht einfach Spendengelder. Das hatte ich ja zuvor erwähnt. Ich habe nun exakt 568 Euro aus eigener Tasche bezahlt. Dazu hat bislang eine Bekannte von mir sich mit ca. 10% beteiligt, da auch sie es für eine (nach Hin- und Herüberlegen) doch sinnvolle Investition hielt, nach alle dem, was passiert ist.

    Ich kann mir vorstellen, dass auch andere Spender sich daran beteiligen möchten und bin offen für Vorschläge und derlei Erklärungen, ich werde aber keinesfalls einfach das Spendengeld dafür verwenden. Unterstellungen in diese Richtung bitte ich zu vermeiden, denn diese sind schlicht nicht angebracht.

    Darüber hinaus hielte ich es auch für die falsche Botschaft an Uwe, denn Spenden kommt in diesem Fall einem „Geschenk“ gleich. Uwe weiß, dass ich ihm dieses Geld nicht schenke, sondern ihm damit die Gelegenheit geben möchte, nun zu zeigen, dass er den Willen hat, diese Summe (auch, wenn es lange dauert) abzuarbeiten.

    Sein Kommentar nach der Freilassung gestern dazu war übrigens, dass er nun einsehe, dass das Leben „mehr auf einer Balance zwischen Geben und Nehmen“ besteht und er nun wieder am Zug ist…
    Und noch etwas: Ich weiß, dass all diese Informationen aus dem Kontext heraus teilweise auch falsch interpretiert werden können. Dieses Risiko muss ich eingehen, wenn ich Euch hier öffentlich an dem Fortschritt inclusive aller Rückfälle beteiligen möchte. Ich kann Euch daher nur bitten, gerne zu hinterfragen, dabei aber auch immer zu bedenken, dass jeden Tag mit Uwe auch sehr viele Dinge passieren, die hier auf dem Blog nur partiell richtig rüberkommen.

    So weit, so gut.. lasst uns dranbleiben.

    Ole

  12. Lieber Ole, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    auch ich verfolge die Uwe-Story schon von Anfang an. Nicht immer ganz ohne Skepsis.

    Die Sozialarbeit ist ein hartes Geschäft bei der man einen wirklich dicken Pelz braucht und mit Rückschlägen umgehen muss. Besonders jetzt merkt man das. Wichtig — lieber Ole — ist jetzt, dass du ganz klar zwischen deinem eigenen Leben und dem von Uwe unterscheidest — bzw. das du es weiterhin so hälst, wie du es in der Vergangenheit getan hast: „Ich kann mich nicht um alles kümmern.“ Alles andere würde dir sehr schaden.

    Dem lieben Uwe kann ich nur ans Herz legen, die großen Fortschritte, die er in den letzten Monaten gemacht hat, im Blick zu behalten und die Zähne zusammen zu beißen. Du hast schon sehr viel erricht lieber Uwe, viel verändert in deinem Leben, halte daran fest und mach einfach weiter. Du schaffst das! Ich glaube an dich.

  13. Ulli

    Hallo Leute,
    jetzt bin ich doch beruhigt, das Uwe nicht vom Spendengeld ausgelöst wurde und das das gar nicht möglich ist, denn grundsätzlich fände ich das auch nicht o.k. Dachte nur Ole steht unter Zugzwang und weiß nicht was er tun soll. Und als letzte Möglichkeit dachte ich halt an die Spendengelder. Gut, jetzt hat Ole das aus eigener Tasche bezahlt und hofft, Leute zu finden, die sich daran beteiligen. Also ich werde das nicht tun, da ich in meiner Vergangenheit so etwas schon getan habe und bitter enttäuscht worden bin. Deswegen habe ich auch noch nicht gespendet. Uwe bekommt zwar immer wenn ich ihn sehe etwas von mir aber ich habe kein gutes Gefühl dabei und das weiß Uwe auch.
    Jetzt noch etwas an Hannes Jähnert: Ich sehe das ganz genau so. Es ist zwar unheimlich schwer eine gewisse Grenze aufrecht zu erhalten aber Ole darf sich und sein Leben nicht in den Hintergrund stellen. Sicher werden noch einige Rückschläge auf Uwe, Ole und uns alle zukommen, denn jetzt sind wir gerade mal am Anfang eines Kampfes, der sehr, sehr lange dauern kann.
    O.k., den Rest schlucke ich erstmal runter.
    Nette Grüße
    Ulli

  14. Lieber Ole,

    wenn Du ne Besuchserlaubnis hast sag UWE beste Grüsse aus Frankfurt am Main und HALT DURCH !

    Wer mal fällt steht auch wieder auf ! Und bring ihm ein paar Päckchen Tabak mit….

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