NPO-Blogparade Nr. 16

Als die NPO-Blogparade ihren Ursprung nahm, war Social Media für NGOs noch weitgehend ein neues Thema und es lohnte, sich grundsätzlich über Werkzeuge und Tools Gedanken zu machen. Auch mein eigener Blog, der „Socialblogger“ begann mit einem Eintrag zur Blogparade, die einst von NPO-Kollegin Brigitte Reiser ins Leben gerufen wurde.

Fast eineinhalb Jahre später ist die Blogparade und ihr Themenfeld deutlich „erwachsener“ geworden. Kaum noch eine NGO oder Kultureinrichtung springt fasziniert im Quaree, wenn jemand von den Möglichkeiten des sozialen Netzes erzählt. Viele haben ihre ersten Versuche, das Social Web zu ihren Zwecken nutzbar zu machen, hinter sich und sind hinsichtlich der tatsächlichen Auswirkungen realistischer geworden, oder gar desillusioniert.

Nicht selten – wie fast immer, wenn es etwas neues gibt – wurden vom Web 2.0 „Wunder“ erwartet. Die bislang ausbleibenden Freiwilligen, die zurückgehenden Spender, die Kampagne, die nicht so recht funktionieren wollte: Das Wundermittel Web 2.0 würde es schon richten.

Doch vermehrt kommt die Frage auf: Wie lässt sich tatsächliches Handeln, wie Verhaltensmuster der Menschen „auf der Straße“ durch Social Media ändern.

Meine Frage zur 16ten NPO-Blogparade lautet deshalb:

Wie gelingt die sinnvolle Verknüpfung von Social-Media-Werkzeugen mit Offline-Aktionen/Handeln?

Um ein paar Beispiele zu nennen: Die Silent Climate Parade nutzte zwar Twitter, Facebook & Co. zur Mobilisierung von Menschen, die Kampagne war aber in ihrem Kern so gut durchdacht, dass auch viele Passanten und „Offliner“, die vorab per Handy eingeladen wurden, gerne dabei waren.

Ein anderes Beispiel ist der Berliner Wassertisch, dem es gelingen möchte, bis Oktober 170.000 Unterschriften gegen die Privatisierung des Berliner Wassers zu sammeln. Die Herausforderung: Die Unterschriften müssen offline geleistet werden, im Idealfall sogar im heimischen Ortsamt. Eine schnelle Online-Petition per Click fällt also aus.

Wie kann es gelingen, solche Offline-Anforderungen per sinnvoller Online-Unterstützung zu ermöglichen? Ich freue mich auf Eure Antworten zur 16. NPO-Blogparade. Den angedachten npochat via Twitter muss ich in diesem Fall ausfallen lassen, da ich es zeitlich nicht einrichten kann, diesen zu moderieren – ich denke aber, dass wir auch ohne Twitchat zu wertvollen Ergebnissen kommen können.

„Einsendeschluss“ für diese Runde der Blogparade ist bis auf weiteres der 23. Juni. Bitte denkt daran, per Trackback auf diesen Blogpost zu verweisen, wenn Ihr zur Fragestellung schreibt!

10 Kommentare

Eingeordnet unter NPO-Blogparade, Social Web

10 Antworten zu “NPO-Blogparade Nr. 16

  1. Thomas Pfeiffer

    Hallo,

    mir fallen die öffentlichen Twitterwalls von Greenpeace ein, die per Beamer auf öffentliche Fassaden projiziert werden.
    http://blog.greenaction.de/?s=Twitterwall

  2. Pingback: 16. Runde der NPO-Blogparade « NPO-Blogparade

  3. Pingback: Wie holen wir sie von der Couch? Zur Runde #16 der NPO-Blogparade « Die wunderbare Welt …

  4. Aus meiner – zugegebener Weise noch etwas unerfahrenen – Social Media Sicht stellt sich die Frage etwas anders:

    Wie kann ich zuerst Menschen aus dem Gemeinwesen erreichen, die sich zweitens über Social Media vernetzen, bevor sie drittens wieder tatsächlich „auf der Straße“ aktiv werden?

    Vielleicht ist diese Vorstellung ein bißchen naiv und Beispiele wie das von Thomas Pfeiffer zeigen, dass es auch anders funktionieren kann.
    Trotzdem scheint mir diese Vorgehensweise bei der Umsetzung lokaler Projekte halbwegs machbar.
    Die Frage ist hier allerdings, wie Menschen auf die Social Media Aktivitäten aufmerksam gemacht werden können? Nochmal verschärft wird die Frage mit dem Blick auf die Zielgruppe 60plus, für die Facebook, Twitter & Co oft noch absolutes Neuland sind und eher E-Mail, vielleicht Newsletter und gerne auch die Tageszeitung benutzt werden.
    Aus diesem Grund beteilige ich mich in dieser Runde nicht mit einem eigenen Beitrag, bin aber gespannt, ob es vielleicht doch noch interessante Ansätze gibt.

  5. Eine Möglichkeit „virtuelle“ Social Media zu nutzen um positive „reale“ Wirkungen zu erreichen, stellen für mich Wikis dar, mit denen Handeln koordiniert werden kann.

    Letzen Dezember haben z.B. in einem Stadtteil von Dresden zwei Leute ein Wiki aufgesetzt, welches der Koordinierung eines selbstorganisierten Musikalischen Weihnachtskalenders diente. M.E. ist das ein großer Beitrag zur Verbesserung des Gemeinwesens in diesem Stadtteil gewesen: So wurden Menschen ermutigt, ihre Musik in der Öffentlichkeit zu präsentieren und andere Menschen konnten so erfahren, dass es in „ihrem“ Stadtteil bzw. in „ihrem“ Dresden neben Barocker Sandsteinarchitektur und Semperoper auch ganz viel selbstgemachte Kultur gibt.

    Das Praktische an so einem selbstorganisierten musikalischen Weihnachtskalender ist, dass man ihn im Prinzip auch ohne Verein durchführen kann (dem Wiki-Prinzip sei dank: Organisation erfolgt dezentral und die Kosten der Organisation sind gering)

    Einen Bericht über diesen musikalischen Weihnachtskalender kann man hier lesen.

  6. Irgendwie hat mein Trackback nicht automatisch funktioniert, daher hier manuell: http://blog.roteskreuz.at/sociologist/2010/06/28/gibt-es-eine-sinnvolle-verknupfung-zweier-welten/

    Servus aus Wien,

    Gerald

  7. petra

    Habe leider auch die Deadline verpasst, deswegen gibt es nur einen Kommentar:
    Grundsätzliche sehe ich in den Online Aktivitäten eine flankierende Maßnahme, eine zusätzliche Kommunikationsmöglichkeit zur klassischen Kommunikation, um Zielgruppen im Netz zu erreichen. Wenn andere Ressourcen fehlen, kann Social Media aber auch ein guter Anfang sein, um überhaupt erstmal etwas Aufmerksamkeit zu generieren.
    Was ich manchmal etwas kritisch sehe, ist die im Netz umsichgreifende Infantilisierung des Politischen Protestes, den man viral über Social Media zu organisieren versucht. Manch Flashmob macht auf mich den Eindruck als stünde die Aktion im Vordergrund und nicht der Inhalt. Die politischen Botschaften werden so kaum noch wahrgenommen und die Ernsthaftigkeit der Anliegen verschwinden hinter der Form.
    Deshalb finde ich die Idee vom Berliner Wassertisch sehr gut und habe bereits selbst die Offline Hürde genommen und mir die Unterschriftenbögen herunter geladen. Leider habe ich erst in diesem Beitrag von dieser Aktion gelesen. Sicher die Aktion steht erst am Anfang, aber wenn ich mir den Twitteraccount anschaue, dann gibt es dort sicher noch die ein oder andere Schraube, an der man drehen könnte. Immerhin ist man dort seit Mai online und man hätte in der Zwischenzeit schon mal den einen oder anderen Bündnispartner oder Follower suchen und ansprechen können. Und das ist m. E. genau die Schraube an der man drehen muss, um Online Aktivitäten in Offlline Handeln zu übersetzen.

  8. Pingback: Nonprofits-vernetzt.de » Nachhaltiger Social Media-Einsatz

  9. Wichtige Projekte, die versuchen, online Vernetzung und offline Handeln besser zu verbinden, sind das nischenThema http://nischenthema.de/about/ und die Socialbar
    http://socialbar.de/wiki/Hauptseite, – beides Projekte mit viel Potential.

  10. Pingback: Wie holen wir sie von der Couch? Zur Runde #16 der NPO-Blogparade | www.hannes-jaehnert.de

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