Schlagwort-Archive: CSR

Warum Nachhaltigkeit (k)ein Luxus ist

„Nachhaltigkeit? Ja…mmm.. fair trade und so? Das, das mit dem Kaffee? Soziale Themen? Könnte man mal drüber nachdenken. Aber die Nachfrage ist ja so gering. Sprechen Sie am besten mal mit unserer CSR-Verantwortlichen.“

Nachhaltigkeit? Da gibts keine Nachfrage

Nachhaltigkeit? Da gibt's keine Nachfrage

So oder so ähnlich klingt es vielerorts in den Chefetagen, gleich ob es dabei um Versandhändler, Sportartikler oder Elektronik-Hersteller geht. Finanzkrise sei dank, so hoffte ich, würde nun endlich einmal über das Wörtchen „Wert“ in „Wertschöpfung“ und das Wörtchen „Dienen“ in „Geld verdienen“ nachgedacht; darüber, dass das Schaffen von finanziellen Überhängen allein weder Werte schafft, noch irgendjemandem dienlich ist, auf mittlere Sicht nicht einmal einem selbst. Worum es geht und gehen sollte, ist das, was wir mit diesem Transfermedium erschaffen, austauschen und bewirken. Aber genug des abstrakten Geredes, nehmen wir ein Beispiel:

Zwei Freunde, Daniel und Moritz, wollen ein T-Shirt kaufen. Warum sie das wollen, sei an dieser Stelle nicht weiter hinterfragt. Kalt ist ihnen vermutlich nicht. Wie dem auch sei: Sie wagen also den Weg des geringsten Widerstandes und suchen, vermutlich bei Google, nach „T-Shirt“. Nun, wie zu vermuten war, gehören zu den ersten Suchergebnissen die üblichen Verdächtigen. Die beiden wählen also einen Shop, eine genehme Farbe und Größe, gegebenfalls aber auch die derzeit „hippste“ Marke (und sei es eine, die klingt wie ein Fliesenleger aus dem wilden Westen – Ed Hardy) und erleichtern ihr Konto um ein paar Euro. Am nächsten Wochenende, so die verbreitete Annahme, würde man seinen Freunden gleich etwas besser gefallen – und schon morgen beim Blick in den Spiegel auch sich selbst (vorausgesetzt, das Päckchen wird wirklich so schnell geliefert).
Wo also ist der Fehler in dieser Geschichte?

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Waste = Food – Tolle Doku über das Cradle to Cradle Konzept

Einfach ansehen…weitere Kommentare zum Thema „Cradle to Cradle“ folgen…

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Gewinnspiel zur re:publica 2009: Social Commerce & soziale Verantwortung

Noch vor wenigen Wochen habe ich selbst voller Vorfreude meinen Freunden in Berlin angekündigt, dass sie schonmal ihre Gästematratze rausholen sollten für die re:publica 2009 – und auch hier auf dem

publica 2009

Jetzt mitmachen und gewinnen: Ticket zur re:publica 2009

Blog bewerbe ich diese Konferenz zum digitalen Lifestyle eifrig.

Doch wie es der Zufall will, verschlägt es mich nun Ende März/Anfang April für 2 Wochen nach Oxford, um dort der e-campaigning Konferenz und Obama’s Besuch zum G20-Gipfel beizuwohnen. Was also tun mit meiner geliebten re:publica Karte, die bereits bezahlt und als PDF gespeichert auf meinem Desktop weilt?

Ganz einfach: Ich möchte sie gerne für einen sinnvollen Zweck stiften und schreibe deshalb hier mein erstes Gewinnspiel aus, das hoffentlich allen beteiligten Spaß und neue Ideen bringt.

Und so funktioniert’s: Viele von Euch haben vielleicht schon vom Thema „Social Commerce“ gehört (worum es dabei genau geht, erfahrt Ihr z.B. sehr übersichtlich in einem Beitrag von Jochen Krisch, Michael Koch und Alexander Richter) Dazu gehören Plattformen wie spreadshirt, smatch.com oder auch dawanda.

Dabei geht es – kurz und knapp – um die Verknüpfung von Shopping-Inhalten mit Social-Media-Elementen. So soll das Einkaufserlebnis emotionaler, aber auch interessanter und zielgruppengerechter werden, denn die „sozial generierten“ Empfehlungen der Mit-Käufer führen zu besseren Suchergebnissen, neuen Produktkreationen und Inspiration, die sonst ausgeblieben wären.

Nun meine Idee: Wie wäre es, wenn wir das Wörtchen „social“ in „Social Commerce“ wieder wörtlicher nehmen und uns überlegen, soziales Engagement der Online-Shopper und Online-Shop-Betreiber mit dem Einkaufen zu verknüpfen.  (Die Idee, beim Einkaufen auch gesellschaftlich relevante und politische Entscheidungen zu treffen, also bspw. nur Kosmetik ohne Tierversuche oder Fair-Trade-Produkte zu erwerben, wird auch unter dem Stichwort „politischer Konsum“ zusammengefasst.)

Beispiel: Wenn ich ein Flugticket bei British Airways kaufe, kann ich inzwischen bereits für 5 Euro Aufpreis „klimaneutral“ fliegen, d.h. mein CO2 Ausstoß soll dadurch ausgeglichen werden (indem diese 5 Euro entsprechenden Projekten zugehen). Das ist bislang aber auch einer der wenigen Versuche, beide Themen sinnvoll miteinander zu vereinen.

Daher meine Bitte an Euch: Postet als Kommentar oder Trackback auf diesen Beitrag EURE IDEEN für die Verknüpfung von Online-Shopping und sozialem Engagement. Für Firmen aller Couleur ist dies derzeit hoch spannend, denn das Thema „Corporate Social Responsibility“ (Unternehmensverantwortung) boomt. Nur fehlt leider vielen die Glaskugel für den Kopf bzw. das Herz des Kunden – und bei vielen verdorrt die gute Idee im Keim zum Marketing-Gag. Andere Ideen im Offline-Bereich wiederum kennt jeder von uns: Z.B. das Trinken für den Regenwald bei Krombacher.

Deadline/Einsendeschluss ist der 31.01.2009, 24:00 CET nach meiner Bloguhr (also der Serverzeit von WordPress.com 🙂 .

Ich wähle dann im Anschluss – mit hier öffentlich gemachter  Begründung – die meines Erachtens cleverste, originellste und gleichzeitig praktibelste Idee aus. Sollte die Beteiligung meine Erwartung übersteigen und zu viele gute Ideen dabei sein, stelle ich drei daraus hier zur Wahl für die Leserschaft. Der Gewinner bekommt dann postwendend mein re:publica Ticket im Wert von 40 Euro per EMail als PDF zugeschickt. Mit den Veranstaltern der re:publica ist die Aktion abgesprochen, das Ticket wird also auch akzeptiert und ist nicht an mich gebunden.

Die Ideen sind dann frei verwertbar, denn sie werden und bleiben hier für jeden öffentlich lesbar. Ich werde diese dann auch gerne an Plattformen wie bspw. smatch.com weiterleiten, damit diese sie vielleicht sogar in die Praxis umsetzen. Damit erklärt sich jeder Teilnehmer durch Abgabe einer Idee automatisch einverstanden. Denn es soll hier nicht um theoretische Ideen, sondern um Änderung der bisher eher mager aussehenden Praxis gehen.

Also dann, los geht’s. Ich freue mich auf innovative Ideen zum Thema „Social Commerce & soziale Verantwortung: Wie ist poltischer Konsum und CSR im Internet möglich und umsetzbar?“

Euer SocialBlogger

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Kein Licht für Afrika: Hürden gut gemeinter Entwicklungshilfe

(c) Siemens AG/Osram

© Siemens AG / Osram

In der Zeit bzw. deren Online-Ausgabe findet man derzeit einen interessanten Artikel zum Scheitern eines CSR-Engagements bzw. eines Public-Private-Partnerships der Firma Osram mit BoP-Ansatz in Kenia.

Meines Erachtens ist das Beispiel allerdings keineswegs entmutigend, sondern zeigt vielmehr, wie sehr Unternehmen mit durchaus guten Absichten noch lernen müssen, regionale und lokale Kontexte zu verstehen bzw. schlichtweg: zuzuhören.

Im Grunde ist diese Problematik eines der Kernthemen der Entwicklungshilfe, nicht nur im Bereich des Bottom of the Pyramid-Businesses, sondern grundsätzlich: Zunächst gilt es, die Traditionen, kulturell und historisch bedingten Glaubenssätze, Settings und Gewohnheiten zu verstehen. Erst dann kann man helfen. Und dabei geht es nicht darum, den anderen auszuhorchen, um letztlich doch sein eigenes Weltbild und Verständnis von Wirtschaftlichkeit und Entwicklung zu erzwingen. In allererster Linie können wir eine Menge darüber lernen, wie sich, auch bei uns, Meinungen und Entscheidungsprämissen herausbilden und darüber, dass unsere Sicht der Dinge mitnichten die einzig „richtige“ ist, die es zu transportieren und in Afrika zu transferieren gilt.

Die Energiesparlampe mit solargeladenem Akku ist zweifelsfrei durch die Brille der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes eine sinnvolle Idee – die im Zeit-Artikel angedeuteten sozialen und „weichen“ Faktoren, also bspw. die Beziehungen zum Benzin-Händler oder das Tauschen des Fischfangs gegen andere Naturalien, lassen sich aber nicht ausblenden und gehören zu einer ganzheitlichen Kalkulation und Planung, insbesondere in der Entwicklungshilfe, dazu.

Mich erinnert das Ganze sehr an meine Erfahrung in Sierra Leone und das Beispiel des Baseline-Surveys zum Thema „Water & Sanitation“, als es darum ging, herauszufinden, wie Menschen in Slums in Freetown über Durchfall und Seife denken. Einige gaben auf die Frage der Ursache von Durchfall tatsächlich an, dieser käme durch „Gottes Zorn“. Dass diesen Menschen zunächst mit einem Stück Seife nicht geholfen ist, da eine grundsätzlich andere Einstellung zum Thema herrscht, zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur Marktforschung und Trockenrechnungen, sondern vor allen Dingen kulturanthropologisch und soziologisch fundierte Erhebungen VOR dem Einsatz neuer Technologien und augenscheinlicher Patentlösungen durchzuführen.
Ein spannendes Feld, auf dem sich sicher noch eine Menge tun wird… mich würde vor allem interessieren, inwieweit diese Erkenntnis innerhalb der Nachhaltigkeits-Abteilung von Osram für ein langfristiges Umdenken und entsprechende Lernprozesse im Sinne organisationalen Lernens führt.

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Musik hören und Gutes tun?

Eigentlich ist ein iPod mit Spendenanteil im Rahmen des derzeitigen Trends zu Corporate Social Responsibility und Apple’s Neigung, sich als besonders innovativ und umweltfreundlich darzustellen, keine Überraschung… vielmehr aber ein weiterer Anreiz für mich, über den Kauf eines neuen iPods nachzudenken – ich muss zugeben, der Einfluss wirkt.

Ob Bono und (PRODUCT)Red nun der richtige Weg sind, vermag ich nicht zu beurteilen, aber die Richtung stimmt meines Erachtens… nun denn, jeder möge sich selbst ein Bild machen:

Apple – iPod – (PRODUCT) RED.

Mehr Details zur Initiative selbst gibt es auf www.JOINRED.com

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