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Panter, Party, Politik

Leicht nervös, bei der taz-Panterpreis-Verleihung

Leicht nervös, bei der taz-Panterpreis-Verleihung

Da ich derzeit mal wieder als einer der „Tracker“ der UN-Klimakonferenzen unterwegs bin (dieses Mal in Bangkok), ist der letzte Blogeintrag als SocialBlogger eine Weile her. Doch nach dem RTL-Bericht zu Uwe auf Punkt 12 vergangene Woche, den derzeitigen Entwicklungen beim Klimawandel, dem Socialcamp am Wochenende und der Verleihung des taz-Panterpreises am 19. September ist jetzt wohl mal wieder Zeit für ein Update.

Nach Uwe’s Einzug ging alles mal wieder Schlag auf Schlag. Ich selbst bin inzwischen nach Berlin gezogen (inkl. zunächst unvollendeter Abschlussarbeit), um mich nun endlich gemeinsam mit Daniel und Sandra vollzeit unserer Agentur nest zu widmen.

Kaum dort angekommen, durfte ich Uwe auch gleich schon wiedersehen: Zur Verleihung des taz-Panterpreises am 19.9.2009, in der Komischen Oper Berlin. Es war ein wirklich schöner, aber auch angespannter Abend. Uwe hatte sich kurz vor knapp überwunden, die Reise doch anzutreten, mir zu Liebe.

Er schlug sich tapfer, aber hatte doch seine Schwierigkeiten in dieser für ihn fremden Welt, voll Prunk und Glamour. Wir machten das Beste draus, den Preis gewannen wir jedoch nicht. Ich gebe zu: Eine Sekunde lang war ich enttäuscht, na gut, vielleicht auch zwei. Aber was viel wichtiger war an diesem Abend: Alle Freunde, die Uwe und mich so viel unterstützt haben, waren an diesem Abend vor Ort. Nach der Preisverleihung war Uwe sichtlich erschöpft, kämpfte mit sich und wollte eigentlich nach Hause, blieb dann aber doch für eine Nacht im für ihn gebuchten Hotel. Wiederum: Nicht seine Welt. Ich bin nur froh, dass er am nächsten Tag heile in Hamburg angekommen ist. Das Feiern von Helden des Alltags, so denke ich nach diesem Abend, ist sicherlich richtig und wichtig. Und dennoch: Der Graben zwischen jenen, denen es gut genug geht, um anderen helfen zu können und jenen, die diese Hilfe annehmen müssen, wird durch eine solche Party samt Buffet und Band nur umso sichtbarer.

Ihn sichtbar zu machen ist indes nicht etwa falsch, ganz im Gegenteil: Auch hier in Bangkok wird der Graben wieder einmal überdeutlich.

Demo für Klimagerechtigkeit auf den Straßen Bangkoks

Demo für Klimagerechtigkeit auf den Straßen Bangkoks

Während im UN Conference Center die Chef-Verhandler von 192 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen über unsere Zukunft verhandeln, demonstrieren auf den Straßen jene, die davon akut betroffen sind oder am ehesten betroffen sein werden. „No Climate Justice without Gender Justice“ und „Climate Justice now!“ rufen sie. Es ist eine eigenartig schwül-dumpfe Stimmung hier, die Demonstrationen und Aktionen beeindruckend, die Rufe dennoch verhallend, fast so, als prallten sie ab an den steilen weißen Mauern des UN-Gebäudes.

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Mein Treffen mit Nicole Wilke, unserer deutschen Chef-Delegierten, war ein durchaus erfrischendes Erlebnis. Dennoch bestätigte auch sie, dass wir uns in einer Verhandlungsblase befinden, wir alle hier: Verhandler, Journalisten, Sekretariat, Blogger, NGOs und Aktivisten.. wir alle sehen nur das, was uns unsere bereits stark gefilterten Informationen ermöglichen. Es wird zunehmend schwerer, die Alltagsrealitäten eines deutschen, britischen, oder xyz-Bürgers zu begreifen, wenn man sich fast täglich mit dem Klimawandel auseinandersetzt.

Ich möchte aufspringen und den sofortigen Wandel unilateral ausrufen. Ich möchte Menschen schütteln, die es nicht begreifen. Und doch: Was würde das ändern? Was hat meine Klima-Brille hier mit der Realität eines Menschen daheim zu tun?… Wie kann ich verständlich machen, dass dieser Verhandlungsprozess hier alle betrifft, jeden von uns? Und selbst wenn das jeder verstehen würde: Wie kann man eine Lösung finden, die den diversen Hintergründen, sozialen Lagen und Motivationen gerecht würde?

Yvo der Boer, Chef des UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change), erzählte uns am vergangenen Samstag von einem Gespräch mit dem indischen Delegierten, der ihm steckte: „Herr de Boer, wie soll ich das meinen indischen Mitbürgern erklären? Die wollen nicht das Klima retten, die müssen sich erstmal um ihr nächstes Essen kümmern!“.Traurig, aber wahr: Das „nächste Essen“ wird in den meisten Entwicklungsländern immer unwahrscheinlicher, gerade DURCH den Klimawandel.

Auch für Uwe ist dieser Tage jeder kleine Schritt in seinem eigenen Leben wichtiger, als die globale Entwicklung. Derzeit muss er noch die Einsamkeit in der eigenen Wohnung überwinden – und sich mit einem alten Strafbefehl auseinandersetzen, der ihn aus seiner Vergangenheit eingeholt hat (wegen Drogenbesitzes). Heute telefoniere ich deshalb mit der Staatsanwaltschaft  – und halte Euch hier auf dem Laufenden.

Uwe bleibt tapfer… und sogar er musste neulich zugeben: „So langsam hab ich deinen Umweltfimmel übernommen. Neulich hab ich jemanden angesprochen, der neben mir seinen Müll auf die Straße warf und ihn aufgefordert, den Mülleimer zu benutzen“… 🙂

Der Bericht von RTL in der Sendung Punkt 12 über Uwes Vergangenheit und sein Traum vom eigenen Nachtcafé indes sorgte für jede Menge herzliche Kommentare und eine unwahrscheinlich großzügige Spende von Maria – 1000 Euro gingen bei Helpedia ein. Für beides, die lieben Kommentare und eMails, als auch die neuen Spenden, möchten Uwe und ich mich hier nochmals ausdrücklich bedanken. Es gibt uns jede Menge neuen Rückenwind und den können wir beide gut gebrauchen 🙂

Ach, und für jene, die es interessiert: Die Abschlussarbeit ist inzwischen auch abgegeben… weiter geht es, es bleibt spannend…

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Eingeordnet unter Aktion Uwe

SocialBlogger goes ClimateBlogger

Einige von Euch mögen es schon bemerkt haben: Die nächsten zwei Wochen wird sich meine Aktivität auf diesem Blog möglicherweise zu Gunsten eines anderen Blogs leicht reduzieren. Woran das liegt? Ich bin derzeit bei den so genannten UNFCCC Climate Change Negotiations – also zu Deutsch: Bei den UNO Klimaverhandlungen in Bonn.

Wie bin ich dort hingekommen? Als Teil des „Adopt a Negotiator“ Projektes, unterstützt von GCCA (Global Campaign for Climate Action), Oxfam, WWF und Avaaz, sowie vielen anderen interessanten NGOs & Aktivisten-Netzwerken, die sich im Bereich Klimawandel engagieren.

Die Idee: 10 Climate Negotiation Tracker aus verschiedenen Ländern (Deutschland, Indien, USA, UK, Australien, Frankreich, Italien, Schweden, Kanada & Japan) heften sich an die Fersen ihrer jeweiligen Verhandlungsführer bei den Klimaverhandlungen der UNO und bloggen möglichst zeitnah darüber, was sie gesehen haben, was passiert ist und wie de- oder konstruktiv die Verhandlungen derzeit laufen. So soll die sonst recht geschlossene oder kryptisch wirkende Verhandlung, bei der es um unser aller Zukunft geht, gegenüber der jungen Öffentlichkeit und der Blogosphäre geöffnet werden. Einen netten Artikel über die Verhandlungsarbeit unserer Chef-Delegierten Nicole Wilke gibt es zur Einführung hier, bei Greenpeace.

Für mich ist das natürlich eine große Chance, einmal mehr den Beweis anzutreten, dass Web 2.0 und Social Media weder alberner Trend, noch mein ausschließlich persönliches Hobby sind, sondern insbesondere im politischen und zivilgesellschaftlichen Bereich helfen, für Transparenz & Partizipation zu sorgen.

Beides sind weitreichende Begriffe und beide sind in der Praxis selten 1:1 umzusetzen. Dies wurde mir besonders beim Bloggen vom G20-Gipfel in London bewusst, als kein einziger der Blogger letztlich mehr Zugang oder Dialogfähigkeit zeigen konnte, als die klassischen Medien.

Mein Ziel muss es dieses Mal also sein, Eure Fragen aufzunehmen, um diese gezielt unserer deutschen Delegation zu stellen. Und das werde ich auch gerne tun… doch wenngleich der Klimawandel bzw. die daraus erwachsenen Konsequenzen ein durch und durch soziales und gesellschaftliches Thema ist, blogge ich über diese zwei Wochen aus Bonn separat auf www.climateblogger.org – und würde mich freuen, wenn Ihr Euch beteiligt, den Link twittert und in Euren Netzwerken verbreitet.

Und zu guter Letzt: Ich werde diese Aktivität die nächsten 6 Monate ausführlich verfolgen – bis hin zu Kopenhagen (COP15), dem Nachfolge-Meeting der Kyoto-Vereinbarungen und der möglicherweise letzten Chance unserer Spezies, sich selbst zu retten.

Ich freue mich auf Eure rege Beteiligung und hoffe auf Eure Unterstützung…

so far, so good…

Euer Ole @ SocialBlogger

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Eingeordnet unter Umweltschutz

Wie Handys die Welt verbessern

London is calling… again. Dieses Wochenende hat es mich wieder an die Themse verschlagen, dieses Mal zum „Mobile Tech 4 Social Change Camp“ im Bürogebäude von Vodafone.

Interessant: Während sich in Deutschland die meisten NPOS/NGOs noch mit der Frage beschäftigen, was dieses mysteriöse „Web 2.0“ überhaupt ist und wann und ob man sich damit überhaupt befassen sollte, diskutiert nur eine Flugstunde weiter die Charity-Szene UKs bereits über den Einsatz mobiler Endgeräte für soziale Zwecke.

Mobile4Social Change Camp

Mobile Tech 4 Social Change Camp

Was auf den ersten „Hör“ wie ein Nischenthema klingen mag, war Anlass genug für eine Konferenz, die neben London auch in Washington, New York, Kapstadt und vielen anderen Orten regelmäßig zwischen 50 und 200 fachkundige Besucher anzieht. Auch für mich hat sich der Besuch der britischen Hauptstadt gelohnt, denn von Fundraising via „Micro-Giving“ (das Spenden von Kleinstbeträgen mit dem Handy) bis hin zu „Citizen-Journalism“ und Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen im Gaza-Streifen durch Handy-Fotos wurde wirklich fast jede nur denkbare Form des Einsatzes besprochen, die zu positivem sozialen Wandel potentiell beitragen könnte.

Die Teilnehmer mischten sich derweil zusammen aus NGO-Experten wie Karina Brisby von Oxfam GB und Experten für mobile Applikationen wie Terence Eden von Vodafone. Auch eine ehemalige britische Diplomatin war unter den Teilnehmern: Sie hatte selbst bereits versucht, im Sudan mit Handys für Aufklärung zu sorgen – und ernüchternde Berichte mitgebracht.

Wildes Workshoppen...

Wildes Workshoppen...

Kurzum: Fantastische Ideen und Brainstormings (insbesondere der jungen, unbedarften Teilnehmer) mischten sich gestern mit geballter Praxis-Erfahrung von NGO- und EZ-Korifäen zu durchaus brauchbaren Lösungsansetzen. Auch für meine eigene Idee einer schön visualisierten Klimawandel-Landkarte für Effekte, Betroffene und Lösungsoptionen des globalen Klima-Problems konnte ich in einer eigenen Session jede Menge Feedback und Kontakte sammeln.

Der Besuch hat sich also gelohnt. Nächste Woche geht es dann weiter mit verschiedenen Treffen, u.a. mit den Machern von OneClimate.net, mit Hugh von HelpTheAged, und Robin von Headshift.

Ich bin gespannt… und freu mich über die Sonne in London…wenngleich ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass dieses Wahnsinns-Wetter schon ein erstes Beispiel der globalen Erwärmung ist…

Da fällt mir ein: Ab Montag, den 1. Juni blogge ich übrigens unter www.climateblogger.org und www.adoptanegotiator.org über die UN Klimakonferenz in Bonn… ich freue mich wie immer über Euer Feedback und rege Beteiligung.

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G20-LiveStream vom SocialBlogger

Heute und morgen bin ich live dabei – beim G20 Blogging Camp in London. Hier berichten mehr als 50 Blogger live vom G20-Gipfel. Zentrale Themen: Finanzkrise, Klimakrise, Entwicklungshilfe & Armut, Fairer Handel…

Da ich für dieses Ereignis für den neuen Freitag und „Deine Stimme gegen Armut“ blogge, verweise ich Euch hier freundlich auf diese Seiten:

http://www.freitag.de/community/blogs/coblogger

und

www.deine-stimme-gegen-armut.de/blog

sowie auf meinem Twitter-Account: www.twitter.com/socialbloggerde

und die Flickr-Fotos: http://www.flickr.com/photos/g20voice/

Weiterhin könnt Ihr hier den LiveStream verfolgen.

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Coal for Obama – Kohle für Ole

Und hier ist es: Das Video des gestrigen Versuchs, einen Flashmob in Hamburg zu starten. Was daraus wurde? Ein Flash ohne Mob. Aber immerhin: Die Kohle kam von Ole  zu Ole (von Beust). Mehr Infos zur Aktion selbst findet Ihr bei www.coalforobama.org

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