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Das Nötigste zum Leben – Sachspenden gefragt!

Liebe Unterstützer!

Was man so braucht...

Was man so braucht...

Wie die meisten von Euch inzwischen mitbekommen haben werden, ist Uwe ab 26.08.2009 stolzer Bewohner einer eigenen Wohnung, denn am Vormittag des nächsten Mittwochs ist bereits die Schlüsselübergabe zu seinen eigenen vier Wänden. Lange Rede, kurzer Sinn: Damit Uwe dort auch wirklich einziehen kann, müssen wir alle noch einmal mit anpacken. Der Start wird für Uwe, wie er selbst sagt, vor allem der psychischen Umstellung halber, schon eine Herausforderung. Wenn man plötzlich in den eigenen vier Wänden aufwacht…nach 20 Jahren… nun gut, aber ich bin nicht hier, um darüber zu sinieren, sondern, mit einer ganz konkreten Bitte:

Uwe benötigt allerhand Einrichtungsgegenstände, Möbel, Kleinkram, schlicht: Startausrüstung!
Vom Amt bekommt Uwe dafür einen kleinen finanziellen Zuschuss, den er aber nach Möglichkeit schonend behandeln möchte. Und seien wir ehrlich: Jeder von uns, der schon einmal selbst umgezogen ist oder sich in den Keller getraut hat, weiß: Wir alle sammeln meist so unwahrscheinlich viel Hausrat an, dass wir vermutlich gerne etwas abgeben 🙂

Ganz konkret habe ich deshalb Uwe nach seinen Wünschen gefragt, die ich hiermit an Euch, sortiert nach Wohnbereich, weitergebe – und auf große Resonanz hoffe:

Bad

  • Spiegelschrank, wenn möglich mit Lampe & Anschluss
  • Vorlage für die Badewanne/Dusche (Frotteematte oder ähnliches)
  • Klobürste  (ähem, hier gerne eine frische 🙂

Küche

  • 2x Küchenschränke zum Aufhängen
  • Unterbauschrank / Arbeitsfläche (es gibt keinen Herd in der Wohnung, Uwe benötigt also elektronisch betriebene Herdplatten)
  • eventuell alten, aber gut funktionstüchtigen kleinen Kühlschrank
  • Deckenlampe
  • Töpfe /Pfannen
  • gern Geschirr, Tassen, Besteck
  • eine normale, aber betriebstüchtige Kaffeemaschine

Zimmer/Wohnbereich

  • Schreibtisch/Stuhl
  • Matratze oder Luftmatratze
  • Sofa oder Schlafsofa (was da ist, gern auch älter, kann man sich ja mit Tagesdecken schön machen)
  • kleines TV-Gerät?
  • Wohzimmertisch/Sofatisch/Beistelltisch (klein)
  • Deckenlampe
  • Schreibtischlampe/Stehlampe
  • Gaderobe für den Flur
  • Komode / Kleiderstange oder ähnliches

Wenn Euch sonst noch Dinge einfallen, sendet uns gerne eine eMail oder hinterlasst hier einen Kommentar.

Wir sind für jede Hife, wirklich JEDE Hilfe dankbar. Uwe freut sich derweil wie ein Schneekönig auf die Wohnung…wir zählen die Tage, Stunden, Minuten… und danken Euch allen schon jetzt, für die Begleitung und Unterstützung auf dem Weg hier her und ab hier in die Zukunft…

Wer Uwe die jeweilige Sachspende für die Wohnung persönlich vorbeibringen möchte: Gerne! Es sei bemerkt: Der Ausblick lohnt sich wirklich 😉

Wenige Sekunden nach dem Posten dieses Eintrags erhielt ich schon einen Anruf mit den ersten Hilfsangeboten, stark. Hier noch ein Hinweis, auf den mich der Anrufer aufmerksam machte: Die Wohnung befindet sich in der Nähe der S-Bahn Rübenkamp,  nähe Stadtpark, also nicht allzu weit weg. Nur für den Fall, dass Ihr Euch darüber Gedanken macht… ansonsten: gern einfach bei mir nachfragen.

Euer Ole

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Uwe im NDR Hamburg Journal

Liebe Leser,

mit etwas Verspätung hier nun das Video von Uwe im NDR Hamburg Journal.

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Dazu kommen noch ein paar gute Nachrichten: Gestern traf ich Uwe kurz in der Stadt, danach kamen dann noch Florian, Bernd und Freddie dazu. Florian seht Ihr auch auf dem Video: Er berät Uwe in Sachen Businessplan und coacht ihn auch persönlich ein bisschen bei der Umsetzung des Nachtcafés. Außerdem war er die ganze Zeit für ihn da, als ich in England aktiv war und Uwe leider nicht treffen konnte.

Bernd betreibt ein Bistro in St. Georg und wird Uwe helfen, sein Café gut zu organisieren und zu planen. Gestern lernte er Uwe zum ersten Mal kennen und erklärte ihm gleich, dass Uwe ca. 2-3 Monate einplanen müsse für „Behörden-Rennerei“. Aber auch über das Thema Gesundheit haben wir ausführlich gesprochen und abgeklopft, was Uwe da tun kann bzw. was auf ihn zukommt. Für Uwe waren das sehr wertvolle Infos und er meinte gleich: „Der Bernd macht einen guten Eindruck. Ich glaube, wenn ich mich an ihn halte, kann daraus was werden. Der hat echt gute Ideen und ist echt fit.“

Dann kam noch Freddie dazu, mein Mitbewohner und guter Freund. Auch er fühlte sich mit Uwe „gleich ganz vertraut“, obwohl er ihn bislang nur aus Fernsehberichten und von meinen Erzählungen her kannte – und: Uwe hat bereits in seiner bzw. unserer gemeinsamen Küche gekocht. Nun werden sich die beiden wohl öfter treffen und Freddie hat auch für den Einzug und das Café seine Hilfe angeboten.

Am Wochenende nun macht sich Uwe auf eine kleine Reise an die Ostsee, denn seine neue Bekanntschaft hat ihn dahin eingeladen. Ich wünsche ihm im Namen aller Unterstützer dafür alles Gute und viel Erholung, sowohl seelisch als auch körperlich, denn die hat sich Uwe verdient…und vom Vermieter hat er auch schon gehört: Noch hat leider das Austauschen der nassen Wand nicht begonnen, er muss offenbar noch 2-3 Wochen warten. Aber auch das schaffen wir noch, denke ich… mit Eurer Unterstützung!

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Ein sonniges Wochenende wünscht

Euer Ole alias SocialBlogger

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Uwe’s Update und Entwicklungen

Liebe Leser, liebe Unterstützer von Uwe,

zunächst: Entschuldigt die lange Schreibpause meinerseits. Keine Sorge, es ist nicht etwa eine Schreibfäulnis eingetreten, nachdem mir der „Erfolg“ der Aktion Uwe zu Kopf gestiegen ist, im Gegenteil: Es gab einfach sehr viele kleine Baustellen und Stellschrauben, die in der letzten Woche meine Aufmerksamkeit forderten.

So war ich von Sonntag, dem 1. März bis vergangenen Donnerstag im Ruhrgebiet, um ein Seminar für meine Magisterarbeit zu besuchen (manch einer mag sich dunkel erinnern, dass dieses Thema auch noch anliegt :-).

Uwe konnte ich so erst Freitag wieder treffen: Die längste „Pause“, die wir bislang miteinander vereinbart haben. Am Freitag abend fuhr ich dann wiederum nach Berlin, weshalb ich erst jetzt zum Berichten komme.

Nun gibt es aber endlich wieder ein Update von Uwe – und: Jede Menge Entwicklungen.
Zunächst war ich überrascht, als ich Uwe traf, denn er wirkte erstaunlich fit. Der Grund: Uwe hat mit seinen Ärzten gesprochen und seine medikamentöse Behandlung neu einstellen lassen. Offenbar war diese teilweise stark über dem „Muss“, so dass Uwe schneller müde wurde und sich geschwächt fühlte, als notwendig.

Weiterhin hat Uwe seit Sonntag selbst wieder die Hinz & Kunzt verkauft (in der aktuellen Ausgabe ist ein großer, zweiseitger Artikel über die Aktion Uwe!)

und sich so in den letzten Tagen selbst einen kleinen Zuverdienst geschaffen, was dazu führte, dass er sich dieses Mal partout nicht einladen lassen wollte auf einen Café. Auch die Planungen bzgl. des Nachtcafés sind bei Uwe wieder ein Stückchen voran geschritten: In seinem eigenen Notizbuch hat er die ersten Zahlen aufgeschrieben, wie und in welcher Form er sich die Finanzierung vorstellt bzw. die konkrete Umsetzung des Cafés.
Uwe ist bewusst, dass er Miete wird zahlen müssen, dass Kosten anfallen werden für die Getränke und Speisen und auch, dass das Personal nicht lange auf rein freiwilliger Basis wird arbeiten können.

Da Uwe allerdings allein nach so langer Zeit auf der Straße nicht den präzisen Überblick über Marktpreise bzw. die konkrete Zusammenfassung der einzelnen Faktoren in einem Business-Plan hat, habe ich vor meiner Reise einem befreundeten Gastro-Besitzer (Bernd) von Uwe erzählt und ihn gefragt, ob er helfen kann. Die Antwort: Bernd würde Uwe nicht nur „coachen“ bei der Erstellung eines solchen Kostenplanes für seine Gastronomie, sondern ihn auch längerfristig begleiten wollen bei der Umsetzung des Nachtcafé-Gedankens. Und wie es der Zufall will, kennt Bernd wiederum etliche andere gute „Gastro-Kontakte“, die etwas beisteuern könnten. Dies ist auch insofern wichtig, als dass wir uns noch vor meiner Abreise nach Oxford (für 3 Wochen) am 22. März bei der Körber-Stiftung bewerben wollen, um für Uwe’s Café möglicherweise das erste Startkapital zu erhalten.

Das schöne: Wir können uns nun bewerben, obgleich wir noch keine feste Organisationsstruktur vorweisen können, die Regeln wurden also insoweit etwas gelockert und die Idee steht zunächst im Vordergrund. Das erleichtert uns die Arbeit sehr.

Nun werdet Ihr zurecht anmerken, dass es zunächst um Uwe und seine Gesundung bzw. Wohnung gehen muss – und damit liegt Ihr ganz richtig. Die Priorität liegt natürlich klar darauf, Uwe zunächst einmal in „sicherere“ Verhältnisse zu bringen, was seine Wohnung und seine ganz allgemeine Verfassung angeht. Dies erfordert allerdings viele kleine Schritte, die ineinander greifen müssen, damit diese Faktoren einander stabilisieren.
Was die Wohnung betrifft, so hat Uwe sich bereits bei einer der Wohnungsbaugesellschaften gemeldet und dort aktiv vorgesprochen…. nun heißt es zunächst wieder: Warten, hoffen und: Weiter kämpfen.

Auch sonst gab es viele Entwicklungen, so z.B. eine erfolgreiche und spannende zweite Socialbar in Hamburg am vergangenen Donnerstag … und einen ersten offiziellen Kunden für meinen Berliner Partner im Geiste und mich am Wochenende in Berlin. Aber dazu an anderer Stelle bald mehr…

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Ein bewegender Tag: Uwe auf Spiegel Online

dsc_3350Tja, wo fange ich an? Was soll ich noch sagen? Um ehrlich zu sein: Euer Feedback hat mir an diesem Tag schlichtweg die Sprache verschlagen – und nicht nur mir, nein, auch Uwe.

Der Tag ging bereits gut los: Mit einem stressigen, intensiven, aber auch sehr guten Fernsehdreh – in Kürze werde ich genaueres berichten, wenn ich weiß, wann gesendet wird… Los ging es heute bereits um halb neun, gedreht wurde bis fast 16 Uhr nachmittags.

Uwe und ich durften unsere Geschichte gemeinsam nochmal aus verschiedenen Blickwinkeln wiedergeben – aber: Es gab auch sehr wichtige, neue Schritte an diesem Tag.

Unter anderem hat Uwe auf dem zuständigen Amt in der „Kurt-Schuhmacher-Allee“ seinen Dringlichkeitsschein beantragt und sofort ausgestellt bekommen. Damit kann Uwe nun sehr viel leichter an eine Sozial-Wohnung kommen, als dies zuvor möglich war. Wer von Euch (z.B. Studenten) den §5-Schein noch kennen sollte: Der Dringlichkeitsschein von Uwe liegt jetzt noch zwei Stufen darüber. Na mal sehen, ich hoffe, es hilft! Jedenfalls hat uns der durchaus sehr nette Herr von der Behörte zugesagt, dass er alles in seiner Macht stehende tun wird, um Uwe schnell in Wohnraum zu vermitteln.

Eine Lösung in diesem Rahmen wäre z.B., dass Uwe zunächst in eine Art „Übergangslösung“ zieht. Dort wird dann Uwe nicht direkt in den Mietvertrag eingetragen, sondern erst nach knapp einem Jahr, wenn alles gut gegangen ist. Während diesen Jahres wird Uwe ca. einmal pro Woche oder einmal alle zwei Wochen besucht. So hat Uwe weiterhin einen Ansprechpartner. Wir werden sehen, welchen Weg Uwe nun einschlägt bzw. welche Möglichkeiten sich nun auch tatsächlich eröffnen.

Bezeichnend war, dass trotz Fernsehen im Hintergrund der Berater der Behörde tatsächlich selbst zugeben musste, dass es einfach schlicht viel zu wenig Wohnraum in Hamburg für bedürftige Menschen wie Uwe gibt. Ergebnis: Selbst die wenigen, die sich aufraffen, um diesen Schritt zur Beantragung des Scheines zu schaffen, warten unter Umständen noch einmal ein halbes Jahr oder länger, bis sie dann tatsächlich vermittelt werden.. oder auch nicht. Denn letztlich hängt es vom Vermieter ab. Und Uwe fällt in Behördensprache wohl bereits unter „schwer vermittelbar“. Das alles hat mir schon deutlich zu denken gegeben. Allerdings sind wir dennoch beide froh, dass zumindest dieser Schritt nun hinter Uwe liegt. Nun heißt es: Daumen drücken.

Nach einer Mittagspause ohne Filmcrew und mich hat Uwe dann einen Existenzgründungs-Berater getroffen: Meinen Freund Florian.

Florian arbeitet bei einer Existenzgründungs-Coching-Organisation, die sich unter anderem auch speziell um ALG II Empfänger kümmert, die versuchen, sich eine neue Existenz aufzubauen. Wir trafen uns – die Umstände machten es nicht anders möglich – im Maritim Hotel am Hauptbahnhof. Hierbei muss ich erwähnen: Uns war ein Raum für diesen Termin „weggebrochen“ und so musste ich einen Tag vorher (Mittwoch) noch schnell einen passenden Ort für ein erstes Gespräch finden.

Der Chef vom Maritim Hotel am Bahnhof war dann glücklicherweise so hilfsbereit, uns spontan einen „Business-Raum“ bereit zu stellen. Das mag zwar jetzt sehr nach „überpompös“ und „CSR-Maßnahme“ klingen, aber ganz ehrlich: Der gute Mann war reichlich überrascht, als ich ihn einfach fragte, ob wir in seinem 5-Sterne-Laden Uwe filmen dürfen 🙂 Insofern bin ich tatsächlich dankbar, dass er so spontan geholfen hat, denn das hatte ich hier am wenigsten erwartet. Und auch das Personal war dann heute beim Dreh sehr spontan und hilfsbereit, wenngleich der Kontrast zwischen luxoriöser Einrichtung und Uwe’s Bekleidung sich dennoch kaum übersehen lies. Aber das macht ja auch gar nichts weiter – Uwe selbst jedenfalls trug diese neue Situation und Umgebung mit Fassung und konzentrierte sich auf das Gespräch mit Florian.

Auch dieses Gespräch lief – meines Erachtens – sogar besser als erwartet. Uwe notierte eifrig die Tipps und Hilfestellungen von Florian in seinem neuen Notizbuch und konnte recht schnell selbst die Zusammenhänge der „Businessplanung“ verstehen. Bei einem Anruf am Abend jedenfalls gab mir Florian das Feedback: Uwe ist weit mehr zuzutrauen, als man auf den ersten Blick denken mag.

Den Beleg dafür musste ich dann ausgerechnet beim gemeinsamen Dönerteller heute abend am eigenen Leibe erfahren 🙂 Uwe und ich planten gerade gemeinsam, wie wir die nächsten Tage mit den Spenden bzw. seinem „Taschengeld“ umgehen, damit es sinnvoll aufgeteilt ist, da erforderte die Situation die Substraktion zweier Zahlen, nämlich des Geldes, das Uwe von mir ausgezahlt bekommen sollte von jenem, dass er als Guthaben noch hat.

Mir fiel auf, dass ich das schriftliche Subtrahieren komplett verlernt hatte… Uwe hingegen brauchte wenige Sekunden und voilà: Das Ergebnis stand dort. Gastro-Erfahrung eben. Uwe musste nur schmunzeln – und konnte sich den Kommentar nicht verkneifen: „Siehste, du kannst auch noch jede Menge von mir lernen, Ole“ 🙂
Recht hat er.

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen, da war doch noch was:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,609662,00.html

Ich glaube, das muss ich nicht weiter kommentieren… nur so viel: Uwe konnte die Zahl der Besucher auf „seiner“ Seite kaum fassen und malte sich eine eigene „Aktienkurve“ der Aktion Uwe in sein Heft: Heute gab es rund 5000 Besucher auf Aktion Uwe, dank Spiegel Online. Uwe weiß, dass es nicht ewig so weiter gehen kann und auch nicht wird. Aber er ist derzeit wirklich in guter Verfassung…. und er kümmert sich, jeden Tag. Er macht Schritte, mal größer, mal kleiner. Mal zwei vor, dann einen zurück.

Und das ist gut so.

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Uwe ist wieder auf der Höhe. Es geht voran!

Liebe Leser, nun ist es schon wieder ein paar Tage her, dass ich von Uwe berichtet habe.
Dafür möchte ich zunächst einmal um Verständnis bitten. Es kamen schon erste besorgte eMails von Uwe’s Fans, die mich fragten, was denn passiert sei und, ob mir die Sache nun doch über den Kopf wachse. Danke dafür und danke, dass Ihr dran bleibt, trotz aller Hürden. Grundsätzlich muss ich an dieser Stelle betonen, dass ich natürlich auch neben Uwe noch ein Leben habe, meine Abschlussarbeit schreiben und einen weiteren Nebenjob bewältigen muss. Insofern verzeiht, wenn ein Blogbeitrag mal einen Tag länger auf sich warten lässt 🙂

Uwe vor der Schneekugel

Uwe vor der Schneekugel

Nun aber ist es wirklich mal wieder Zeit für ein Update, denn das habt Ihr Euch als Unterstützer natürlich auch verdient. Das Wichtigste vorweg: Uwe geht es wieder deutlich besser. Am vergangenen Dienstag, den 3.2., hatte Uwe seinen ersten offiziellen Pressetermin mit einer hiesigen Tageszeitung. Wenn der Artikel erschienen ist, werde ich auch den Namen nennen, zunächst aber nicht 🙂 Jedenfalls war Uwe sehr angetan von der guten Arbeit des Journalisten, der ihn sehr sorgsam und feinfühlig interviewte und eben nichts aus ihm herauszupressen versuchte, wovon Uwe nicht auch von sich aus erzählen wollte.

Seine Reaktion war zunächst ähnlich wie beim letzten Blogeintrag berichtet: Uwe fühlt sich nicht wohl mit dem Gedanken, dass er derzeit nur die Hand aufhält, aber selbst nicht aktiv werden kann. Als dann aber der liebe Redakteur ihn darauf hinwies, dass er gerade Öffentlichkeitsarbeit für sein eigenes Projekt mache und, dass das auch sonst ein anerkannter Beruf sei, leuchteten Uwe die Augen. Inzwischen freundet er sich also damit an, dass es ein bisschen dauert, bis so ein ganzes Café auf die Beine gestellt werden kann und wir zunächst etwas Vorlaufzeit brauchen werden.

Von Dienstag auf Mittwoch war ich dann in Berlin, bei der Berliner Socialbar und habe auch dort von Uwe erzählt. Genauso berichtete ich auch bei einem Seminar zum Thema NGOs in der Uni von Uwes Aktion. Beides gab gutes Feedback und vor allem konkrete Hilfsangebote:

Eine Kommilitonin, deren Namen ich hier nicht weiter nennen möchte, hat viele Jahre ehrenamtlich in der Drogen- und Obdachlosenhilfe gearbeitet und mailte mir noch am selben Tag sämtliche ihrer Ideen und Kontakte, die Uwe helfen könnten, eine Wohnung zu organisieren. Klasse! Auch gab sie mir schnell Einblick, welche Probleme auf Uwe noch zukommen könnten, denn sein Substitut ist offenbar eine ziemlich heftige Chemie-Bombe, die eben auch dazu führen kann, dass es ihm phasenweise mal richtig schlecht geht…alles Dinge, die ich in der Detailgetreue noch nicht wusste. Danke dafür.

Nach der Berlinreise habe ich Uwe dann am Donnerstag vormittag wieder getroffen, also gestern, am 5.2. Uwe strahlte regelrecht und war gut drauf. Vor seinem T-Mobile Shop, an dem er in der Regel einen seiner Sammelplätze hat, gab es eine Art lebensgroße Schneekugel zu bewundern, mit dem T-Mobile Kunden anlocken will – man kann diese besteigen und sich darin fotografieren lassen.

Uwe hatte dies kurzerhand getan, obwohl er weder zur potentiellen Zielgruppe, noch zur Gruppe der Kinder gehörte – und drückte mir nun als Begrüßungsgeschenk und Dankeschön zwei Fotos in die Hand. Eines in der Scheekugel, eines davor… siehe Bilder 🙂 Ich habe mich natürlich sehr gefreut und war wirklich gerührt. Uwe’s O-Ton: „Ich kann dir ja sonst nichts schenken, da ich nichts habe, was du nicht sowieso schon hättest. Aber diese Fotos möchte ich dir als Dankeschön und Andenken geben.“ Danke, Uwe!

-)

Uwe in der Schneekugel 🙂

Auch ganz konkret geht es weiter. Ich werde die nächsten Tagen mit sämtlichen Stellen sprechen und sehen, was man tun kann, um Uwe ein dauerhaftes Dach über dem Kopf zu besorgen. Uwe sagt selbst: „Dann könnte ich Geld sparen, denn endlich könnte ich wieder Essen lagern. Das geht ja auf der Straße so gar nicht, immer muss man teuer Essen gehen und meistens noch ungesund.“

Auch bzgl. des PikAss etc. habe ich Uwe einmal konkret angesprochen und gefragt, warum er diese Möglichkeiten bislang nicht dauerhaft nutzt. Die Antwort war ziemlich deutlich und nachvollziehbar: Dort gibt es Kleiderläuse, es wird ziemlich viel Alkohol getrunken und die anderen Nutzer sind oft noch schwer krank (und ansteckend), z.B. mit TBC – ein weiteres Problem, so Uwe, sei außerdem die Gewalt.

Insgesamt versucht er seit einigen Monaten, sich von „solchen Leuten“ fernzuhalten, um eben nicht mehr in die Abwärtsspirale mit hineingezogen zu werden, sondern den Weg hinaus zu schaffen. Gute Einstellung, finde ich. Es fällt zwar schwer und manche fragen, wo er denn bleibe, aber er hält bislang gut durch. Wichtig ist deshalb auch für Uwe, dass er nicht isoliert ist, sondern „neue“, „andere“ Freunde findet, die ihn nicht wieder runterziehen.

Auch bezüglich des Nachtcafés gibt es konkretere Ideen. Der nächste Schritt: Wir brauchen jemanden, der Ahnung von Business-Plänen hat und so etwas einmal mit Uwe besprechen und durchgehen kann. Wie viel Startkapital brauchen wir, was kosten Räume, was Gastro, wie teuer wäre Personal, z.B. auf 1-Euro-Basis. Wer hier jemanden kennt, bitte melden!

Weiterhin sagte Uwe noch einmal explizit: Auch er selbst ist gern bereit, einen 1-Euro-Job anzunehmen, sobald er einen Wohnsitz hat, um vor allem auch zu zeigen, dass er sich nicht zu schade ist. Er hält 1-Euro-Jobs zwar grundsätzlich nicht für den richtigen Ansatz, denkt aber, dass es ihn erstmal wieder in Arbeit bringen würde und möchte außerdem zeigen, dass er bereit ist, sich einzusetzen und nicht länger rumsetzen möchte. Guter Punkt.

Was das Startkapital für das Nachtcafé anbetrifft: Derzeit könnten wir uns mit dem Nachtcafé bei Hamburg-Anstiften bewerben, denn dort gibt es für Projekte wie das unsere 10.000 Euro zu gewinnen. Einziger Haken: Wir müssen anerkanntermaßen gemeinnützig sein. Das heißt: Wir brauchen entweder einen Verein oder eine Stiftung oder dergleichen, die vom Finanzamt offiziell als gemeinnützig anerkannt ist. Nur so können wir uns bewerben.

Daher die Bitte: Wer von Euch kennt einen Verein, der als Träger bzw. offizieller Rahmen des Nachtcafé-Projektes in Zusammenarbeit mit Uwe diese Bewerbung einreichen würde?

Soweit erstmal von mir… Uwe macht jetzt ein paar Tage Pause und erholt sich von den vielen Eindrücken. Für ihn geht immernoch alles sehr sehr schnell, er ist geradezu erschlagen von der Vielfalt der Rückmeldungen und kann sein Glück bislang kaum fassen. Daher unser Deal: Wir sehen uns erst Montag abend wieder, also am 9.2. Bis dahin hat er nun genug Geld angespart, um unter Dach und mit Essen versorgt zu sein. Dieses Mal gibt es nur Fotos, keine Videobotschaft, denn Uwe brauchte mal Ruhe von der Kamera 🙂
Insbesondere, da er ja bald in der Zeitung steht… und eines darf man nicht vergessen: es geht hier immernoch um Uwe, nicht um uns, nicht um mich und schon gar nicht darum, ihn medial mit aller Macht auszuschlachten. Daher freue ich mich, dass Uwe das so offen anspricht. In seinem „Kurzurlaub“ bis Montag wird er sich auch einen Besuch in Hagenbecks Tierpark gönnen, denn darauf hat er sich schon lange gefreut… ich freue mich und bin gespannt und zuversichtlich auf baldige, weitere Schritte…

Euer Ole alias Socialblogger

dankt Euch allen für die Mithilfe.
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PS: Unter Navigationspunkt „Aktion-Uwe“ findet Ihr in Kürze eine Auflistung aller bisherigen Spender und Förderer mit Vornamen und erstem Buchstaben des Nachnamens. Wer sich hier nicht lesen möchte, bitte kurze mail an mail (at) socialblogger.de – danke!

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Aktion Uwe: Uwe geht’s grad nicht so gut…

Heute habe ich Uwe – endlich – wieder getroffen. Ich war zugegebenermaßen schon etwas in Sorge, dass ich ihn möglicherweise nicht finden würde. Am Vormittag war ich bereits mit meinem Mitbewohner Freddie unterwegs, mitsamt dem Care-Paket von Daniel aus Berlin (lieben Dank). Leider haben wir Uwe aber an keinem seiner Plätze angetroffen… abends, kurz vor Abreise zu einer Geburtstagsfeier dann die freudige Überraschung: Uwe war an seinem Platz in der Spitaler Straße. Leider ging es Uwe heute nicht so gut. Er machte auch keinen sonderlich fitten Eindruck.

Selbst sagte Uwe, dass er vermutlich wieder seine „Übergangsgrippe“ kriegen würde, die meist zwischen Frühling und Winter bzw. Herbst und Winter zuschlägt. Nun denn… wir machten uns zunächst, wie üblich, auf den Weg zum nächstgelegenen Bäcker in der Wandelhalle im Hauptbahnhof. Dort gabs ein kleines Mandelhörnchen (Uwe ißt meist weichere Teile, da seine Zähne nicht mehr ganz komplett sind) und nen heißen Cappuccino.

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Uwe, so sagt er, fühlt sich in seiner Rolle derzeit leicht verunsichert. Die Aktion findet er gut und er will auch unbedingt dranbleiben, doch noch viel lieber würde er sofort loslegen. Es stört ihn regelrecht, dass er Euch nichts zurückgeben, nicht direkt los arbeiten kann im eigenen Nachtcafé, denn schon nach rund einer Woche sitzt er förmlich auf Kohlen und kommt sich in seiner passiven Warte-Rolle gefangen vor. Das ist – bitte nicht falsch verstehen – keinesfalls Kritik an Euch, sondern m.E. eher ein positives Zeichen: Uwe ist nun wirklich hinterher. Dass ihm warm genug ist und er genug zu essen, sowie zunächst ein Dach über dem Kopf hat, genügt ihm nicht mehr.

Er will jetzt selbst anpacken. Zum Glück konnte ich Uwe auch gute Nachrichten mitbringen und ihm mitteilen, dass sich einige Offline-Medien (Zeitungen etc.) bereits gemeldet und ihr Interesse an seiner Geschichte und seinen Plänen bekundet haben. Nun hoffe ich sehr, dass diese für weiteren Zuspruch sorgen können und Uwe wirklich bald gemeinsam mit Euch den nächsten Schritt vollziehen kann.

Wir dürfen gespannt sein…. unten sein neuestes Feedback, dieses Mal eben mit etwas angespannter Laune. Uwe ist eben ehrlich… und ich denke, das ist auch gut so.

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Aufruf an alle Leser: Starthilfe für Uwe

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Uwe an seinem 50. Geburtstag.

Gerade laufe ich bei wunderschönem Hamburger Sonnenschein vom Rathausmarkt Richtung St. Georg, meiner Heimat… da treffe ich mitten auf der Straße auf Uwe. Uwe hat hier seine Heimat, auf der Straße eben – und steht an einem seiner „Sammelplätze“, direkt vorm Kino „Passage“ in der Mönckebergstraße.

„Ich hab heute Geburtstag, kannst du mir etwas helfen“, ruft Uwe. Seine Augen leuchten und irgendwie kenne ich ihn. Da fällt es mir ein: Erst vor wenigen Wochen ist er mir am Dammtor begegnet, als ich zum Kino verabredet war und noch auf meinen Kino-Partner wartete. Dort bekommt Uwe immer ein bißchen Reis vom Dönerladen geschenkt. Wir kommen also in’s Gespräch und siehe da: Uwe feiert – wenn man das so nennen kann – heute seinen 50ten Geburtstag.

„50“, denke ich, “ das ist knapp das Alter meiner Eltern – in dem Alter auf der Straße?…“ und „wie lange schon?“…. Für Uwe sind es nun fast 7 Jahre, die er ohne Obdach umher wandert, er lebt von der Hand in den Mund – so, wie die meisten seiner Kumpels auf der Straße, die „Platte machen“.

Er benötigt noch genau 13 Euro, sagt Uwe. Dann könne er sich eine Unterkunft leisten, die ein ehemaliger Obdachloser in der Langen Reihe aufgebaut hat. Eine kleine Pension, bei der er Rabatt bekommt, zumal heute, da ja sein Geburtstag ist. Und ein wenig Essen bei einem Thailänder wäre danna auch drin.

Ich bin also bereit, Uwe etwas Geld zu geben. Aber eigentlich, so denke ich mir, wäre das wieder einmal keine Hilfe zur Selbsthilfe, sondern nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Genauso wie viele der Spenden nach Afrika. Was also tun. Wie kommt Uwe von der Straße runter. Wie kann er eine Unterkunft, vielleicht sogar einen Job finden?

Seit Monten lese und schreibe ich (unter anderem hier) über Online-Fundraising und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für NGOs und andere sozial Engagierte. Warum also nicht auch für Obdachlose, gleich hier in Hamburg, vor meiner Haustür? Warum nur an Afrika denken, wenn Menschen vor Ort einen direkt um Hilfe bitten? Beides ist wichtig.

Uwe und ich entscheiden uns also, gemeinsam einen Café zu trinken und einen Plan auszuhecken. Der Deal: Ich zahle Uwe für heute sein Essen und seine Unterkunft. Dafür erzählt er mir seine Geschichte, die ich dann an Euch, meine Leser, weiterleite.

Zunächst ist Uwe skeptisch…und schon beim Bestellen des Cafés fühlt er sich unwohl. Irgendwie mag er das nicht, einfach so spontane Hilfe anzunehmen..so ganz ohne Gegenleistung. Die meiste Zeit verkauft er auch Hinz & Kunzt, die Obdachlosenzeitung aus Hamburg. Im Moment aber fehlt im das Startkapital für weitere Zeitungen, denn diese müssen zunächst erworben werden.  Als ich für ihn dann einen großen Cappuccino bestelle, rückt er geniert von einem Bein auf’s andere.

Erst, als wir sitzen, lockert sich die Stimmung etwas. Uwe nimmt seine „Opa-Mütze“ (O-Ton Uwe) ab und erzählt….zunächst zurückhaltend, dann langsam etwas offener:

Den größten Teil seiner Schulzeit verbringt Uwe in der Sonderschule, danach geht es, fast mit der gesamten Sonderschulklasse, auf die Hauptschule. Die Ausbildung zum Koch und Konditor fliegt Uwe zunächst fast wie von selbst zu, denn „gemischt und Sachen zusammengeworfen“ hat er schon immer gern.

Alles läuft und geht ’ne ganze Weile gut. Bis dann mit Anfang 20 die ersten Schicksalsschläge auf ihn einprasseln. Beide Eltern sterben. Danach noch sein Bruder. Für eine Sekunde hält Uwe den Atem an. „Ich bin der Einzige, der von meiner Familie noch übrich‘ is‘.“ Danach geht’s im selben Erzähltempo weiter, als wäre nichts gewesen. Man arrangiert sich wohl mit allem, auf die Dauer.

Uwe denkt über einen Abbruch nach. Die Ausbildung hat keinen Sinn mehr, wenn nicht mal mehr eine Familie existiert. Doch irgendwie will er nicht aufgeben, zieht durch und schafft es auch, übernommen zu werden. Rund 20 Jahre (!) arbeitet Uwe im selben Job, in unterschiedlichsten Hotels, aber bei derselben Firma, bis diese, eines Tages, Konkurs anmelden muss.

„Das war dann zu viel für mich. Der Job war doch alles, was ich hatte.“ 20 Jahre konnte Uwe sich daran klammern. Nach dem Jobverlust helfen nur noch andere Mittel. Alkohol. Dann Obdachlosigkeit. Dann nur noch Drogen. Seit einigen Monaten erst schafft es Uwe, ohne Drogen auszukommen, denn er bekommt ein Substitut.

Uwe kennt sich gut aus: Auf der Straße, über Drogen, die alltäglichen Probleme, den Kampf mit den Behörden. Und über HIV. Denn Uwe hat sich angesteckt. Er würde auch als Sozialarbeiter arbeiten, sagt er. Denn er weiß, wie das Leben auf der Straße wirklich ist. „Ist immer ganz niedlich, wenn so 25jährige Streetworker mir erzählen wollen, wie das Leben funktioniert“, kichert Uwe – und lächelt fast etwas beschämt, als er merkt, dass ich ja auch erst in dem Alter bin.

Dennoch: Aufgeben möchte er nicht. Seine Ärztin bezeichnet ihn als „kleines Wunder“, denn seine Werte haben sich innerhalb von zwei Jahren unerwartet verbessert. Und Uwe möchte arbeiten. Er weiß, dass er nicht als Koch oder Konditor arbeiten könnte, denn da würde ihm das Gesundheitsamt einen Strich durch die Rechnung machen.

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Uwe vertraut mir seine Aktion an, jetzt heißt es: Helfen & spenden!

Aber er kann vieles andere machen. Er ist bereit dazu. Und er will die Gelegenheit des Internets nutzen, um eine breite Öffentlichkeit um Starthilfe zu bitten. Vielleicht, so träumt er, kann er eines Tages ein Nachtcafé, einen Aufenthaltsort für Obdachlose, schaffen. Ohne Alkohol, ohne Drogen. Aber mit warmem Tee, Holundersaft und Kakao. Ein Platz zum Ausruhen, keine Schlafgelegenheit und keine Kneipe, aber Geborgenheit. „Es gibt so etwas nicht in Hamburg. Im Winter friert man auf der Straße und alle Schlafplätze sind im Nu vergeben. Tagsüber gibt es Essen, nachts muss man frieren – oder sterben.“

„Eine Marktlücke!“, mein Uwe. Dies‘ Mal lächelt er, fast selbstbewusst. Dann schlägt das Lächeln um und positioniert sich irgendwo zwischen Strichmund und Trauerfalte. „Ach, das wäre zu schön. Aber ich glaub daran nicht, bevor ich es nicht sehe.“ Ich versuche, ihn zu ermutigen. Ein bißchen schaffe ich es, zumindest so viel, dass Uwe diesen Aufruf hier starten möchte. „Weißt du, das ist neu für mich“, sagt er. „Sowas habe ich noch nie gemacht – mit Internet und so.“

Ich kann nur entgegnen: „Für mich auch, Uwe. Sowas habe ich noch nie gemacht. Mit Obdachlosen ein Projekt machen. Und so.. „. Aber warum nicht?

Also, Leute, los geht’s. Nicht lang schnacken, anpacken.

Wenn Ihr Uwe unterstützen wollt, seid so freundlich und schenkt mir das Vertrauen, dass ich sämtliche Spenden weiterleite, gleich ob Geld, Kleidung, ein Job-Angebot oder eine gute Idee/Kontakt.

Uwe braucht konkret folgendes:btn_donatecc_lg

1) Etwas Geld als Starthilfe für neue Zeitungen von Hinz und Kunzt (ca. 20 Euro)

2) Winterkleidung, z.B. dicke Pullover (L) und Schuhe (ca Größe 43-44) (gerne mir mailen an
uwe ( at ) socialblogger.de, dann hole ich die Kleidung auch ab!)

3) Eine Bleibe

4) Einen Job (nicht Gastro im Ausschank, denn er hat leider HIV und kann und möchte diesen Job daher nicht machen), aber gern als Hausmeister, Treppenputzer – alles andere. Er ist sich nicht zu schade!

5) Einen Investor, Kooperationspartner oder Berater für seinen Traumjob in der nächtlichen Begegnungsstätte für Obdachlose.

Ich will das hier bei weitem nicht in’s Lächerliche ziehen, sondern meine das durchaus ernst. Es mag pathetisch und naiv klingen – und doch ist es einen Versuch wert. Wenn alle von niedrigschwelligem Fundraising reden, warum dann nicht nutzen? Mir ist natürlich klar, um das vorweg zu nehmen, dass es schwer genug wird, Uwe nachhaltig zu helfen. Das enträftet aber nicht die Macht des Anfangs…und seinen Willen schon gar nicht.

Wer Kommentare, Verbesserungsvorschläge, Anregungen oder auch Kritik hat, kann gerne die Kommentarfunktion nutzen.

Für Spenden bitte ich Euch, Helpedia zu nutzen:

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Jetzt kommt es auf Euch, liebe Leser an – Eure Bereitschaft, mit einer – und sei sie noch klein – Spende, Idee, Jobangebot oder ähnlichem konkrete Hilfe zu leisten.

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Eingeordnet unter Fundraising, Obdachlosigkeit